EINE SCHULE OHNE UNTERRICHT?! ALLE Fakten sprechen dafür!

Shownotes

Kein fester Stundenplan, keine Noten bis einschließlich Klasse 8, selbstbestimmtes Lerntempo – und am Ende null Prozent Schulabbrecher sowie eine hohe Qualifikationsquote für die Oberstufe! Klingt nach einer unrealistischen Utopie, ist an der Freien Aktiven Schule Wülfrath seit über 20 Jahren belegte Praxis.

In dieser Folge besuchen Bianca und Tobias das Schulleitungsteam der FAS Wülfrath und sprechen mit Claudia Don über ein Schulmodell, bei dem die Fakten klar für sich sprechen: Die Lernenden erzielen verlässlich erfolgreiche Abschlüsse, und gleichzeitig sind sowohl Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrkräfte im Alltag deutlich zufriedener, entspannter und motivierter als im Regelschulsystem.

Claudia berichtet darüber, warum die Abkehr von starrem Frontalunterricht zu besseren Ergebnissen führt, wie gelebte Beziehungsarbeit die Maske der unnahbaren Lehrkraft überflüssig macht und warum flache, soziokratische Hierarchien im Team den Beruf wieder zu dem machen, was er sein sollte: dem besten Job der Welt.

--> Die harten Fakten: Warum dieses Modell Regelschulen in den Schatten stellt 100 % Abschlussquote: Seit dem 20-jährigen Bestehen der Schule hat noch nie ein Kind die Schule ohne Abschluss verlassen.

--> Überdurchschnittlicher Erfolg: Ein hoher Anteil der Jugendlichen erreicht die Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe und meistert die zentralen Prüfungen ohne Notendruck in den Vorjahren.

--> Zufriedene & entspannte Schüler: Kein Taktstress, kein Prüfungsdruck in Unter- und Mittelstufe und keine verordneten Pausen – Kinder lernen angstfrei, im eigenen Tempo und mit echter innerer Motivation.

--> Glückliche & authentische Lehrkräfte: Kein Zwang zur künstlichen Rolle als „Frau Don“ – Pädagoginnen und Pädagogen arbeiten auf Augenhöhe, erfahren hohe Selbstwirksamkeit und gestalten Schule aktiv mit.

--> Null Unterrichtsausfall: Durch morgendliche Selbstorganisation im Team werden Lernräume flexibel besetzt, wodurch Ausfallstunden gar nicht erst entstehen.

--> Beziehung vor Fachstoff: Konflikte und emotionale Anliegen haben immer Vorrang, weil nachhaltiges fachliches Lernen nur mit freiem Kopf gelingen kann.

--> Soziokratische Schulleitung: Flache Hierarchien, eine aus dem Kollegium gewählte Schulleitung und Entscheidungen im Konsensprinzip sorgen für maximale Entlastung und Teamhalt.

🎧 Jetzt reinhören, weitersagen & nachmachen! Diese Folge ist ein echter Mutmacher für alle Lehrkräfte, die Schule neu denken und den eigenen Handlungsspielraum im Klassenzimmer voll ausschöpfen wollen.

Transkript anzeigen

00:00:05: Wir haben also eine Schule, wo die Schülerinnen sich selbst aussuchen wann sie lernen, wo sie lernen und woran sie arbeiten.

00:00:12: Ja?

00:00:13: In einem Rahmen.

00:00:14: Ihr habt keine Noten bis Klasse Acht.

00:00:17: Einschließlich ja.

00:00:18: Und bei Klassenarbeiten können sich die Lernenden zumindest in der Unter- und Mittelstufe auch selber die Termine so

00:00:23: aussuchen.

00:00:24: Es gibt keine klassischen Klassenarbeiten...

00:00:27: Du musst mir nur noch einmal bestätigen was es gibt zum Leben!

00:00:32: Und ist es noch nie jemand ohne Abschluss von dieser Schule gegangen?

00:00:38: Also wir haben Kinder, die machen dann irgendwie drei Wochen am Stück nur Mathe und haben aber den Stoff des Halbjahres durch.

00:00:46: Die Erfahrung zeigt, dass Kinder sich entscheiden dürfen und die Raum und Zeit für ihre Themen irgendwann auf dem Weg machen.

00:00:57: Dann lassen wir sie ja nicht alleine.

00:01:00: Sondern wir sind da im Sinne von Ansprechpartnern Sparringspartner.

00:01:07: Und wir setzen natürlich Rahmen und Grenzen, also hier dürfen die Kinder nicht machen was sie wollen.

00:01:12: Wir sind schon Schule!

00:01:16: Ich glaube es braucht hier ganz viel Vertrauen und ganz viel Zuversicht tatsächlich in die Potenziale eines jeden Einzelnen.

00:01:25: das geht mir da auch gar nicht nur um Schülerinnen und Schülern sondern um alle Menschen die hier irgendwie den Alltag mitgestalten.

00:01:33: ich will auf gar keinen Fall verbeamtet werden weil ich mich diese Fesseln habe.

00:01:41: Der

00:01:42: Lehrer-Podcast.

00:01:44: Von den ersten Schritten bis zum täglichen Spagat im Klassenzimmer, eine Stunde zwischen Tafel, Tests und Teamarbeit.

00:01:51: Ihr hört Lehrkraft, bester Job der Welt mit Bianca und Tobi – ein Podcast von leerenlieben.de.

00:02:07: Schulen vor!

00:02:08: Montag morgens um acht Uhr uns gleich klingelt's Aber anstatt in den Unterricht zu trotten gehen die Schülerinnen erst mal zum Frühstück Und auch danach gibt es keinen richtigen Unterricht.

00:02:18: Die Kinder entscheiden selbst, wann sie lernen was und wo?

00:02:22: Und Noten gibt das auch nicht richtig.

00:02:24: Es klingt wie ein Traum nur am Ende steht das ganz normale Zentralabitur.

00:02:29: Wie das gehen sollen und ob das vielleicht auch an anderen Schulen möglich ist darüber sprechen wir heute.

00:02:35: Bianca und ich sind an der freien aktiven Schule in Wölfrad und Claudia Don aus dem Schulleitungsteam erzählt uns wie man aus diesem Traum eine echte Schule bauen kann.

00:02:46: Danke Claudia, dass wir bei euch sein dürfen!

00:02:48: Schön, dass ihr da seid.

00:02:50: Willkommen.

00:02:52: Claudia an deiner alten Schule hast du mir erzählt warst du Frau Dom?

00:02:56: Ja

00:02:57: Hier sagen alle Claudia und wir sitzen gerade in Socken vor dir.

00:03:02: Deswegen war es mir so wichtig die Socken auszuziehen.

00:03:05: was ist eigentlich aus Frau Don geworden?

00:03:09: Das ist eine gute Frage.

00:03:10: Die ist sehr weit in den Hintergrund getreten, das bin ich noch ganz formal manchmal und ich komme immer komisch vor wenn ich mit Frau Donn angesprochen werde also allen Menschen die nicht begegne den Schwatz sich eigentlich ziemlich schnell dass du auf mich einfach unwohl fühle wenn ich gesiezt werde.

00:03:30: das ist super ungewohnt für mich.

00:03:32: was unterscheidet die frau donnen von claudia?

00:03:35: vor allem die frauen von früher?

00:03:37: Ein Übergang gemacht in dir, ne?

00:03:40: Ja.

00:03:40: Was unterscheidet

00:03:40: euch beide?

00:03:42: Ich glaube, Frau Donnen war immer eine Maske.

00:03:46: Also ... irgendwie jemanden, den ich meinte vielleicht darstellen zu müssen.

00:03:52: Wo ich aber immer schon dachte, das bin nicht so richtig ich.

00:03:57: Und auch dass Schüler mich Frau Donn nennen, wie sie mir gegenübergetreten sind.

00:04:04: Das war auch immer mit ... Ja, wie so unecht oder nicht ganz authentisch einfach.

00:04:12: Authentisch?

00:04:12: Das ist ein cooles Wort ne?

00:04:14: Ja genau.

00:04:15: also mit Claudia fühle ich mich so wie ich halt bin.

00:04:19: Also ich fand das total sympathisch als wir Kontakt aufgenommen haben weil wir ja auch als Schule hier euch besucht haben und du hast in der zweiten Meldern direkt auch gesagt dass ihr euch alle duzt und habe mich sofort willkommen gefühlt kann ich nur so bestätigen ist authentisch.

00:04:33: Als ich letztes Mal hier war ein Spruch gesagt.

00:04:35: Ich weiß gar nicht, ob du dich dran erinnerst aber der ist bei mir sehr stark hängen geblieben als ich dich gefragt habe Claudia wenn alle Kinder machen können was sie wollen überspitzt formuliert und frei sind in ihren Entscheidungen dann passiert es doch dass manche Schüler die total pubertär durchdrehen das die einfach nichts machen halbes Jahr oder dass die total einfach absacken und Hänge haben Da, wie kontrolliert man die denn?

00:04:58: Habe ich dich gefragt in so einer typischen Gymnasialer-Denke.

00:05:01: Und dann hast du gesagt, wenn Schüler große Probleme haben gibt es die wichtigste Sache, die wir als Pädagogen überhaupt tun können und das ist für die Schüler da sein.

00:05:11: Das hat mich voll abgeholt.

00:05:13: Magst du das noch mal erklären?

00:05:15: was ist damit gemeint mit diesem Dasein und wie schafft ihr das auszuhalten dass die Schüler sich frei entscheiden und das auch bedeutet, dass sie mal nichts machen?

00:05:26: Ja, also ich glaube da steht vor allem Menschen die hier neu anfangen haben genau diese Schwierigkeit das zuzulassen.

00:05:37: Gerade wenn sie klassisch ausgebildet worden sind klassisch selber zur Schule gegangen sind.

00:05:41: Ich höre ganz oft ich als Schüler Das hätte nicht funktioniert.

00:05:47: oder wenn Lehrkräfte kommen Wenn wir meine Schüler hierhin bringen dann würden die nur quatsch machen und gar nichts tun.

00:05:55: Und die Erfahrung zeigt ja aber, also wir sind ... haben mit zwanzigjähriges Jubiläum gehabt letztes Jahr.

00:06:03: Die Erfahrung zeigt dass Kinder, die sich entscheiden dürfen und die Raum und Zeit haben für ihre Themen, sich irgendwann auf den Weg machen.

00:06:14: Das kann dauern und das dauert manchmal auch.

00:06:19: Und dann lassen wir die ja aber nicht alleine, sondern ... Wir sind da im Sinne von Ansprechpartner.

00:06:25: Aber auch Sparringspartner, also wir sind auch Personen an denen sie sich reiben dürfen und wir setzen natürlich Rahmen- und Grenzen.

00:06:35: Also hier dürfen die Kinder nicht machen was sie wollen.

00:06:37: Das ist keine Belieblichkeit?

00:06:40: Nein das ist keine Beliebigkeit und es ist auch kein Alleinelasten.

00:06:44: Sondern ... Ganz im Gegenteil, ich glaube dass wir sehr präsent sind.

00:06:49: Und durch diese Präsenz sind wir aber auch eben echte Ansprechpersonen für die Kinder und Jugendlichen.

00:06:55: also die kommen zu uns und wir wissen ganz viel von denen und das hat nicht immer nur was mit Schule zu tun.

00:07:01: natürlich nicht weil Jugendliche haben oftmals ... Ja, und das hat sehr viel mehr Stellenwert als Schule.

00:07:09: Wenn dafür Raum ist und sie sich auch gesehen fühlen, dann kann man eben gucken, okay, hör mal jetzt ist aber irgendwie zwei Wochen wirklich wenig passiert?

00:07:21: Wie schaffen wir es?

00:07:22: Was brauchst du damit du wieder ein bisschen reinkommen kannst?

00:07:25: Und dann suchen wir wirklich individuelle Lösungen.

00:07:28: Und wenn es erst einmal ist

00:07:30: kommen

00:07:31: jeden Morgen nach dem Einschicken, gehen wir zusammen auf die Lernetage.

00:07:35: Und ich setze mich erst mal eine Viertelstunde zu dir, dass du reinkommst und dann startest durch oder oder

00:07:41: oder.".

00:07:42: So!

00:07:42: Und ihr habt ja jetzt hier ganz viele Besucher.

00:07:44: Geh ich mal von aus.

00:07:45: Der Tobi war ja im Sommer her.

00:07:47: Wir waren von unserer Schule jetzt erst letzte Woche hier und haben noch ein paar andere Leute von anderen Schulen mitgenommen.

00:07:52: Vielen Dank nochmal dafür.

00:07:53: Es war großartig.

00:07:56: Ihr kommt auch als Schulleitung Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch.

00:08:00: Und ich glaube, es gibt, jedenfalls gab's das bei uns, werde ich gerne teilen ... Ein Klickmoment, wo die Menschen hier die Schule besuchen denken so hey boah wow!

00:08:10: Was würdest du sagen?

00:08:11: Was ist dieser Klick-Moment?

00:08:16: Also... Ich glaube, Es könnten verschiedene Punkte sein wenn ich drüber nachdenke.

00:08:22: Ich könnte mir aber vorstellen dass direkt der Start in den Tag vielleicht auch ist wo wir als Team der Pädagogen schon zusammensitzen und eigentlich erst mal teilen, wie sind wir heute da?

00:08:36: Geht's uns gut?

00:08:36: Haben wir vielleicht irgendwie kranke Kinder zu Hause oder die halbe Nacht nicht geschlafen.

00:08:43: Oder wie auch immer.

00:08:44: Und kommen erstmal an und organisieren unseren Tag im Team ...

00:08:49: Um das Mal zu schärfen.

00:08:50: Tagorganisieren heißt, dass die Lehrkräfte selbst die Vertretungsstunden klarmachen.

00:08:56: Also wir haben nicht im klassischen Sinne Vertretungsstunden, sondern bei uns sind ja Räume offen und die Räime sind durch Lernbegleitung besetzt.

00:09:05: Und das Schlimmste was passieren kann ist dass zum Beispiel in der Unterstufe nicht so viele Leute da sind wie da sein sollten.

00:09:14: aber in der Mittelstupe sind irgendwie... zwei fast zu viel, und dann wird sich kurz abgesprochen.

00:09:20: Und dann kommen zwei aus der Mittelstufe in der Unterstupe unterstützen oder es muss mal ein Raum zugemacht werden wenn jetzt gerade Krankheitswelle ist oder so.

00:09:27: aber es gibt keinen Unterrichtsausfall und keine klassische Vertretung sondern im Grunde bist du vielleicht in einem anderen Raum eingesetzt indem du eigentlich wärst

00:09:38: Also ... Bei uns war der Klickmoment tatsächlich ... oder jetzt, es gab zwei Klickmomente.

00:09:44: Der eine war als ich schon direkt ins Gebäude gegangen bin, Achtsamkeit und Freiheit die ganzen Griffe an der Fassade stehen, wir haben das auch fotografiert wenn man da noch mal so wundervoll.

00:09:54: also ich gehe schon in ein Gebäudereien wo Werte draufstehen die dann auch Fragezeichen gelebt werden.

00:09:59: Das haben wir dann erfahren im Unterricht.

00:10:01: und der zweite, den gab es schon vorher nämlich als ich von anderen Kollegen nicht nur von Tobi da hier war sondern auch von anderen Kolleginnen noch gehört habe die hier die Schule besucht haben Die begeistert waren von der von der Haltung von der Zuversicht und von der Freude diese hier nicht nur bei den Lehrerinnen und Lehrern oder Thiemann Lernbegleitern Sondern auch mit den Schülerinnen und Schülern beobachten konnten.

00:10:22: also eher das atmosphärische

00:10:24: Genau das atmospherisch.

00:10:25: Wie gelingt das?

00:10:28: Ich glaube, das ist tatsächlich eine gelebte Haltung bei uns.

00:10:36: Ich glaube es braucht hier ganz viel Vertrauen und ganz viel Zuversicht tatsächlich in die Potenziale eines jeden Einzelnen.

00:10:45: Das geht mir da auch gar nicht nur um Schülerinnen und Schülern sondern um alle Menschen, die hier irgendwie den Alltag mitgestalten.

00:10:55: Im Grunde arbeiten wir jeden Tag daran und damit.

00:10:57: Also, bei uns ist es total wichtig dass irgendwie eine Beziehung auf Augenhöhe stattfindet mit allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft Und ja dieses Beziehungsgefüge was erst entsteht dadurch ich glaube das macht ganz viel Atmosphäre aus weil hier jeder gesehen wird Jeder so sein darf wie er oder sie ist.

00:11:20: Und genau, ich glaube das macht ganz viel...

00:11:23: Wenn ich da einhaken darf?

00:11:25: Weil auf dem Papier sagt es fast jede Schule.

00:11:27: Fast jede Schule sagt jeder wird bei uns gesehen, jeder darf sein, wie er ist und so.

00:11:32: Wie setzt ihr das um jetzt ohne, wer müßig eine Stunde zu referieren, wie euer Konzept ist?

00:11:37: aber...

00:11:38: Ja vielleicht an einem Beispiel, dass mir gerade einfällt was ist mit zweiten Chancen also wenn jeder, also wenn irgendein Schüler wirklich scheitert, misstmacht.

00:11:46: Also irgendwie das Vertrauen?

00:11:47: kann man das verlieren oder kann man wieder gewinnen?

00:11:52: Stellt sich die Frage gar nicht weil von vornherein die meisten Kinder kommen ja hier auch aus der Grundschule schon in das System und sind das dann auch schon von der Haltung her gewöhnt.

00:12:00: also was passiert wenn das Vertrauen vielleicht meine Zeit lang weg ist

00:12:07: ich glaube so ganz verschwinden das kommt wirklich so gut wie nie vor.

00:12:14: wirklich passieren, was die Schulgemeinschaft hier erschüttert.

00:12:19: Das habe ich aber in meinen fast fünfzehn Jahren jetzt

00:12:23: noch nicht erlebt.

00:12:24: Ja, einmal vielleicht oder so.

00:12:26: Aber das ist wirklich die ganz große Ausnahme.

00:12:31: Wir sind super viel im Gespräch.

00:12:33: also wenn wir wirklich merken, Ist irgendwas oder ... Schülern und Schülerinnen hat Mist gebaut.

00:12:41: Dann gucken wir schon sehr genau hin, was dahinter liegt.

00:12:45: Woher kommt das?

00:12:47: Wir sind auch mit Eltern super eng im Kontakt.

00:12:51: Habt ihr denn die Zeit dafür?

00:12:52: bei der Lehrplan- Ja, das könnte ja auch jede Schule machen!

00:12:55: Aber es scheitert am Faktor Zeit noch.

00:12:57: Und die Lehrplan erfüllen.

00:12:58: Genau, ja.

00:13:01: Es war ... Jetzt weiß ich nicht mehr ganz genau.

00:13:04: Ich bin mit Studienlage und so, weil ich wirklich keine Expertin.

00:13:07: Aber es gibt Studien ... dass die Netto-Arbeitszeit, eine Schülerin tatsächlich mit lernen und ja... Bildungsarbeit, sage ich mal im weitesten Sinne verbringt sind so anderthalb Stunden pro Tag.

00:13:27: Genau da würden mir jetzt wahrscheinlich sehr viele Lehrkräfte widersprechen.

00:13:32: aber ich erinnere mich immer daran meine eigene Schulzeit ob ich jetzt im Matheunterricht da saß und aus dem Fenster geguckt hat oder Also es ist ja nicht nachvollziehbar, was jeder einzelne tatsächlich so mitnimmt.

00:13:47: Und bei uns ist das ja so, dass sich die Schülerinnen und Schüler selbst organisieren und auch Interessens geleitet, ihre Lernziele suchen.

00:13:57: Natürlich steht da der Lehrplan und muss erfüllt werden.

00:14:00: Da kommen wir auch hin, wahrscheinlich auch mit Lücken.

00:14:05: Das lässt sich gar nichts vermeiden.

00:14:08: Aber in diesen dreimal anderthalb Stunden, wo wir so Lernblöcke haben, Bänder heißen die bei uns.

00:14:16: Da passiert eben nicht nur Lernen, sondern auch ganz viel Soziales lernen und wir haben zum Beispiel ein supergroßes sozialpädagogisches Team das sehr viel mit Konfliktbearbeitung z.B.

00:14:30: beschäftigt ist.

00:14:32: Auch in großen Gruppen das macht und im Grunde steht es immer prioritär ... Also die Themen, die Kinder beschäftigen sind immer erst mal wichtiger als Lernen.

00:14:43: Weil wir der Überzeugung sind, dass Lernen nicht funktioniert wenn du einen ganzen Haufen anderen Kram im Hinterkopf hast und ... Dafür gibt es Zeit und Raum, das mal loszuwerden.

00:14:55: Dann können sich die meisten Kinder auch aufs Lernen einlassen.

00:14:58: Jedes

00:14:58: Kind wird mitgenommen kann man sagen?

00:15:00: Da kann kein Kind sich irgendwie verstecken oder untergehen, was ja in unseren großen Systemen häufig ...

00:15:06: Der

00:15:07: Fall ist das so, ne?

00:15:08: Wir sind relativ klein.

00:15:09: also wir haben insgesamt zweihundertdreißig Schülerinnen und Schüler so grob Und wir sind aufgeteilt in sogenannte Mentorengruppen.

00:15:19: Das bedeutet dass Ein eigentlich, wenn möglich zwei Erwachsene.

00:15:26: Ungefähr fünfzehn bis zwanzig Kinder ... Na ja also ... Die sind sie hauptsächlich zuständig, das sind Mentorinnen oder Mentor.

00:15:37: Das kann man vielleicht so ein bisschen wie Klassenlehrer in vergleichen.

00:15:42: Die sind aber altersgemischt.

00:15:45: Also fünfte, sechste, siebte Klasse gemischt und dann eben achte, neute, zehnte, hälfte, zwölfte, dreizehnte.

00:15:51: Und die haben auch relativ viel Zeit miteinander.

00:15:55: Wir checken morgens immer ein, wir fragen jedes Kind, wie bist du heute da?

00:15:59: Und dann erzählen die auch manchmal ... Genau!

00:16:02: Wir nehmen uns morgens ... Montagsmorgen planen wir mal die Woche zusammen.

00:16:06: Das sind so forty-fünf Minuten, die wir gemeinsam haben.

00:16:10: Was heißt das, die Wochezusammenplanung?

00:16:12: Die Wocheplanung heißt es gibt ja keinen Stundenplan bei uns.

00:16:16: Jedes, jeder Tag sieht eigentlich gleich aus von der Tagesstruktur immer anderthalb Stunden unter Zwischenessenspausen.

00:16:25: Und es gibt aber natürlich so Angebote oder Treffen oder keine Ahnung, es gibt Materialvorstellungen oder im Navi wird experimentiert oder und damit die Kinder und Jugendlichen wissen was die Woche so passiert, was von uns angeboten wird gibt's so eine Wochenübersicht.

00:16:46: Und in dieser Dreiviertelstunde planen wir dann auch, an welchen Zielen arbeitest du jetzt?

00:16:52: In der nächsten Zeit?

00:16:54: und das passiert eben in dieser Mentorengruppe im ganz enger Absprache mit den Mentorinnen und Mentoren.

00:17:03: Für den Rest der Woche treffen wir uns zumindest zehn Minuten Viertel Stunde gucken.

00:17:06: sind alle da.

00:17:07: wie bist Du da was ist dein Plan für heute?

00:17:10: Und da kommt dann auch mal ... Ich weiß noch nicht, was ich heute machen soll.

00:17:13: Dann sag ich, okay, bleibst du noch fünf Minuten hier und wir überlegen gemeinsam, was jetzt ein volles Tagesziel für dich sein

00:17:20: kann.".

00:17:22: Tagestil?

00:17:23: Auch toll, ne?

00:17:25: Also Struktur, Präsenz, Begleitung, Kommunikation, Zugewandtheit...

00:17:31: Genau,

00:17:31: als Begriffe dir auf eurer Fassade, auf eure Hauswand stehen.

00:17:34: Wir versuchen dem zu entsprechen.

00:17:37: Es ist natürlich auch ein großer Anspruch.

00:17:39: Ich kann nicht behaupten dass das immer und für jeden in hundert Prozent der Fälle gut läuft.

00:17:48: aber wenn wir wirklich merken da gibt es Kinder die gerade gar nicht gut da sind oder so.

00:17:56: Wir sind z.B.

00:17:58: pädagogisch viel auch in der neuen Autorität unterwegs, falls es jemandem was sagt und da gibt das die sogenannte Körbebesprechung für Kinder- und Jugendliche.

00:18:12: Das heißt wenn einer irgendwie jemand ist ... überall aneckt und wo gerade kein produktives Lernen stattfindet.

00:18:22: Und vielleicht noch ganz andere Probleme zutage treten, dann gucken wir uns dieses Kind halt von verschiedenen Perspektiven aus an und nehmen uns wirklich im Team die Menschen, die mit dem Kind eben viel zu tun haben nach Mittagszeit und besprechen dieses Kind ganz ausführlich.

00:18:39: Dann kommt man manchmal auch auf Strategien oder hat sozusagen das Schwarmwissen zu diesem Kind ... Weil es ist ja auch so, das kennt ihr auch.

00:18:49: Wenn ein Kind in Peder die Völli geniehte ist kann es trotzdem sein dass es dann in Fremdsprachen völlig aufgeht oder genau andersrum und... Das macht, glaube ich auch diese enge Teamarbeit total aus.

00:19:03: Dass wir wirklich einen umfassenden Blick auf die Kinder und Jugendlichen haben.

00:19:06: Wenn's denn alles in eurem multiprofessionellen Team außer Lernbegleit?

00:19:11: Genau

00:19:11: also wir haben klassischerweise natürlich ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, die müssen wir auch haben alleine mit Sekt zwei Zulassung und so.

00:19:18: da gibt es ja schon ein paar Vorgaben.

00:19:21: Wir haben relativ große sonderpädagogisches Team auch.

00:19:25: Wir sind inklusive Schule.

00:19:28: Dann gehören dazu ... das große sozialpädagogische Team.

00:19:36: Sozialpädagogen?

00:19:38: Genau,

00:19:39: genau!

00:19:40: So die.

00:19:41: Und ja, eine ganze Menge Integrationshilfen auch und dass es vielleicht so eine Besonderheit je wir als privater Träger sind.

00:19:52: Wir sind auch Trägers der Jugendhilfe,

00:19:54: d.h.,

00:19:54: wir dürfen eigene Integrationshilfen anstellen.

00:19:59: Und das tun also alle Menschen, die hier arbeiten in unserem Unternehmen.

00:20:03: Wir sind ja eine gemeinnützige GmbH und die werden auch ausgebildet.

00:20:09: Also alle, die herarbeiten im pädagogischen Kontext bekommen eine Montessori Grundausbildung im Team genauso, also gleichfertig.

00:20:22: Das heißt dadurch ergibt sich natürlich ein viel größerer Schlüssel auch wenn wir stellenanteilig genau so aufgestellt sind wie jede andere Schule.

00:20:31: Wir sind ja auch zu sieben Achtzig Prozent refinanziert.

00:20:34: Also das heißt die Gelder kommen hauptsächlich aus der Bezugsregierung und aber dadurch dass wir eben alle anderen auch mit an Bord haben

00:20:46: Ist eine gemeinsame Haltung da.

00:20:48: Genau, ich glaube das ist am Ende auch das.

00:20:51: Wir arbeiten total viel ... Auch an uns und dieses ... starke Beziehungsgefüge was wir hier haben, dass es natürlich auch ... Und deswegen ist nur noch sehr wenig Frau Donnen da weil ich könnte als Frau Donn hier nicht arbeiten Weil ich mich zeigen muss.

00:21:10: Also ich muss hier authentisch sein weil auch Kinder- und Jugendliche mir sehr schnelle und auch gnadenlos, ehrliche Rückmeldungen geben zu dem was ich mache.

00:21:22: Weil wir eben auch ganz viel reflektieren und damit gehört auch dazu dass wir uns selber ganz viel reflektieren.

00:21:28: Claudia weißt du wo mir das aufgefallen ist?

00:21:30: Wir saßen in irgendeinem Raum wenn du und ich haben geredet und auf einmal kam irgend einen random Achtklässler in dein Büro reingeplatzt Claudia, es ist so heiß.

00:21:41: Hast du ein Ventilator für mich völlig ungeniert?

00:21:44: Weißt du wenn man sich schämt?

00:21:45: das ist ja auch so ein Konzept von Schule die Beschälmung und der war völlig unbeschämt.

00:21:51: also so offen hat ich angesprochen hast du einen Ventilat auf wie du sagtest?

00:21:54: dann habe ich leider nicht tut mir leid okay und kam nach zehn Minuten wieder unten im Keller hier bei euch selbst ein Propeller gebaut und hat sich selbst einen Ventilator gebaut.

00:22:05: Und ihr de ganz stolz gezeigt, obwohl wir im Gespräch waren, bist du dann zu ihm gegangen?

00:22:11: Bist du zu dem gegangen und hast gesagt ja toll gemacht.

00:22:13: Ich finde das steht so sinnbildlich für eure Schule.

00:22:17: Ja genau, hilft mir selbst zu tun.

00:22:19: Da sind wir beim Montessori.

00:22:21: Du sagst

00:22:21: aber ihr seid nicht vollständig montessorisch.

00:22:23: Wir sind keine klassische Montessorischule.

00:22:30: haben uns, also auch in der Gründung schon ... war das mitgedacht.

00:22:37: Aber wir picken uns ein bisschen aus allen möglichen Modellen des selbstständigen Lerns.

00:22:42: Ich glaube darum geht es ja ... Also ne?

00:22:45: Das ist ja letztlich auch unser Leitbild Selbstständigkeit

00:22:51: und Eigenverantwortung.

00:22:52: Und der Junge, der aus der achten Klasse unten sein Propeller selbst gebaut

00:22:54: hat.

00:22:55: Genau!

00:22:56: Also wir nehmen das selbstständige Arbeit, die Freierbeit aus Montessori und das Lernen mit Kopf, Herz und Hand.

00:23:06: Genau, dass es eben nicht nur kognitiv erzählt wird was getan werden muss sondern wirklich mit allen Sinnen über verschiedene Kanäle Materialien da sind mit denen die Kinder arbeiten können.

00:23:23: Dann haben wir das Thema Nichtdirektivität.

00:23:28: Also, ne?

00:23:29: Wir sagen nicht was zu tun ist, sondern sind eben auf Beziehungsebene...

00:23:34: Das ist das Gegenteil vom klassischen Schulsystem, oder Bianca?

00:23:39: Korrigier mich wenn ich jetzt zu sehr pauschalisiere.

00:23:42: Ja, hör auf damit!

00:23:43: Ist doch so, oder?

00:23:44: Klassische Gymnasiale Arbeit maximal direktiv.

00:23:50: Wir haben doch sogar Operatoren vorgegeben, wie wir imperativisch formulieren müssen damit die Schüler ganz genau so mit den Reiferspringen wie wir das wollen.

00:23:59: Ja da müssen... Das ist tatsächlich was wo wir unsere

00:24:02: Kinder ein

00:24:03: bisschen dann hintrainieren müssen?

00:24:05: Genau!

00:24:06: Aber das ist ja der Grund warum wir wirklich... Wir müssen hier ab der neunten Klasse Noten geben und dann auch Klassen bearbeiten schreiben usw.. Aber das machen wir bewusst erst so spät, am spätmöglichsten Zeitpunkt.

00:24:21: Weil das jungliche Gehirn dann glaube ich gut abstrahieren kann.

00:24:25: Bei euch an der Schule?

00:24:25: Ich habe kein Kind mit Handy oder so gesehen.

00:24:28: Obwohl ja jetzt nicht ständig die Lehrer da sind und kontrollieren.

00:24:31: Ja, die müssen ihre Handys abgeben.

00:24:33: Eine Handysstation!

00:24:35: Gut zu sagen.

00:24:37: Wir waren ja gerade noch bei Maria Montessori und zum Beispiel ein Prinzip von ihr ist auch das Material, dass es für Selbstkontrolle geeignet sein soll.

00:24:45: Bei eurem Rundgang haben wir ganz viel Montessoriematerial gesehen und natürlich auch anderes Material.

00:24:49: Welchen Stellenwert hat das Material für euch?

00:24:53: Ich benutze da vielleicht auch klassische Schulbücher, klassische Arbeitshefte...

00:25:00: Ergänzend auf jeden Fall.

00:25:01: Und es gibt auch die Kinder, die das gerne so durcharbeiten.

00:25:06: und dann wirklich klassisch Schulmaterial ...

00:25:10: Sowohl als auch bei uns.

00:25:12: Es steht

00:25:13: nebeneinander.

00:25:14: Gleichzeitig ist das Material auch quasi ein Pädagoge.

00:25:22: Das war beim Montessori?

00:25:24: Genau!

00:25:24: Die vorbereitete Umgebung ist im Grunde dass A und O Und wir erweitern den Begriff eigentlich ein bisschen, weil wir haben vor allem in der Unterstufe noch sehr viel Montessori Material und ehrlicherweise geht zumindest das was es so klassischer Weise gibt.

00:25:42: Irgendwann je älter die Kinder beziehungsweise dann ja schon Jugendlichen werden nimmt dieses materialgestützte Arbeiten immer mehr

00:25:50: ab.

00:25:51: Trotzdem versuchen wir ja Material möglichst ansprechend zu gestalten die Inhalte selber erarbeiten kann.

00:26:01: Wir versuchen, Forschendes Lernen so ein bisschen zu kitzeln, sag ich mal mit Forscher fragen... Das ist auch so ein

00:26:11: Bisschen aus der Retropädagogik?

00:26:13: Ja genau und... Ist

00:26:15: doch unendlich anspruchsvoll das zu erstellen!

00:26:17: Ja auf jeden Fall

00:26:19: total und auch dass.

00:26:23: Also das sind natürlich klassische Nebenarbeiten, die wir haben.

00:26:27: Jetzt haben wir natürlich wenig Korrekturen wenn man also zumindest bis zur einschließlich achten Klasse.

00:26:35: dafür haben wir sehr viel mehr Aufwand was einerseits diese ganzen Teamprozesse angeht.

00:26:42: aber eben auch die vorbereitete Umgebung entstand zu halten ja dass ist super viel Arbeit.

00:26:48: Das kann man auch nicht sofort wenn man hier anfängt.

00:26:54: Wir können halt nicht irgendwie einen Einstieg und dann so eine Arbeitsphase, eine Sicherungsphase einbauen.

00:27:03: Also als Gymnasialer würde ich jetzt natürlich nachfragen bei wenig Korrekturen wie überprüft ihr denn die Schriftlichkeit?

00:27:09: Die müssen noch alle korrekt Schriftsprache können... Ja.

00:27:12: Und wie wird das denn...?

00:27:13: Im Alltag!

00:27:15: Genau, das passiert sozusagen unter Fly.

00:27:21: Ich glaube, da muss man so ein bisschen verstehen wie der Alltag eine Schülerin aussieht und dann eben auch der Lernbegleitung.

00:27:31: Es ist im Grunde genommen so dass die ... Wie gesagt wir haben diesen Check-in und dann machen sie sich auf und gehen in einen Lernraum suchen sich keine Ahnung.

00:27:42: sagen wir zum Beispiel machen die in Deutsch Märchen Und da gibt es im Lernraum eine Station, wo verschiedene Materialien zum Thema Märchen sind.

00:27:57: Und dann soll das möglichst so ansprechend gestaltet sein, dass die Kinder da hingehen und sich aus dem Regal rausnehmen und erst mal gucken was ist das?

00:28:07: Was mache ich damit

00:28:08: usw.?

00:28:10: Und dann gibt's ja ... Im Grunde induktives Erarbeiten, Merkmale von Märchen.

00:28:17: Also es ist schon auch viel ... Klassisch, nur eben ...

00:28:20: Und die haben Hälfte oder ein Portfolio?

00:28:22: Genau.

00:28:22: Die haben Häfte und dann gibt es auf jeden Fall immer mal wieder so Zwischencheckups, die heißen auch Profach immer anders also Checkpoints zwischen Tests,

00:28:32: Abschlusstests gibt auch Kompetenzabfragen

00:28:35: wie auch immer.

00:28:36: das passiert aber dann wenn der Jugendliche halt dieses Thema fertig bearbeitet hat.

00:28:43: Also dadurch dass es keine Zeitstruktur gibt.

00:28:45: Gibt er den Termin dann vor?

00:28:47: Es

00:28:47: gibt keinen Termin.

00:28:49: Also, was regelmäßig passiert in Mathe ist das klassischerweise gibt's so Zwischentest.

00:28:56: Das ist wie eine Selbstüberprüfung, hab ich bis hierhin alles verstanden und dann gibts noch mal ein paar vertiefende Sachen und dann gibt es den Abschlusstest.

00:29:05: Und dieser Abschlußtest, denen sagt halt Kind ... Klar ja, ich will jetzt in Matthe zum Thema Brüche dividieren einen Abschlusstest machen Und dann gebe ich ihm den, und dann macht er den.

00:29:19: Dann setze ich mich mit ihm dahin und wir gucken uns das an...

00:29:24: Ich muss noch einfach davon sagen, dass es so provokant

00:29:28: ist.

00:29:28: Ja, alles okay!

00:29:29: Ihr habt also eine Schule wo die Schüler sich selbst aussuchen wann sie lernen, wo sie lernen und woran sie arbeiten?

00:29:38: In

00:29:38: einem Rahmen.

00:29:39: In dem Rahmen, den ihr vorgebt.

00:29:42: Ihr habt keine Noten bis Klasse acht einschließlich Und bei Klassenarbeiten können sich die Lernenden zumindest in der Unter- und Mittelstufe auch selber die Termine so aussuchen, wie du das gerade gesagt hast.

00:29:54: Ja es gibt keine klassischen Klassenarbeiten...

00:29:58: Du musst mir nur noch einmal bestätigen!

00:30:00: Total also was wir auf jeden Fall erleben.. Das kann ich gut vertreten ist ein schon gewaltiger Clash sage ich mal mit dem Übergang von Klasse Acht in Klasse Neun.

00:30:16: Also dieses ... Ich konnte immer in meinem Tempolären hinzu, in Mathe-Deutsch Englisch und meinem Weihpflichtfach hab ich zu Termin X eine Klassenarbeit.

00:30:27: Und die wird auch noch benotet.

00:30:29: Dann habe ich so was wie sonstige Mitarbeit.

00:30:33: Ähm ... Das bedeutet für viele Kinder oder Jugendliche dann eben erst mal einen ... Oh Gott!

00:30:41: Ich muss mich komplett selber neu organisieren.

00:30:44: Aber... Die sind dann auch in der Lage dazu.

00:30:49: Die müssen sich nur einmal umstrukturieren, ähm ... und dann kriegen die Alarm- also neuneinhalb Jahre Zeugnis ist meistens ziemlich mies bei uns?

00:30:59: Gut, aber das ist ja ...

00:31:01: Ja!

00:31:02: Na gut, das sind so den ersten Notenzeugnissen, ja, auch da.

00:31:07: Und ich glaube, dass es tatsächlich für mich eigentlich auch mal noch ganz gut zu hören, weil es eben neuneineinhalb Jahreszeugnis einfach ist.

00:31:18: Aber wir merken schon, die haben dann irgendwann sehr schnell den Dreh raus.

00:31:22: Und ich glaube, dass die ganzen Kompetenzen das ... Ich strukturiere mich selber in meinem Tempo und kriege einen Überblick, was ich machen muss, wann ich das machen muss.

00:31:34: Auch das ist super individuell, ne?

00:31:36: Wir haben Kinder, die machen dann irgendwie drei Wochen am Stück nur Mathe und haben aber den Stoff des Halbjahres durch.

00:31:44: Ja klar!

00:31:46: Und machen dann so Blockweise ihre Fächer.

00:31:49: Dann gibt's aber auch Kinder, die wechseln oder halt mal tagesweise sich in einen Thema vertiefen wollen ... Genau und ab der neunten Klasse muss halt mir gleichzeitig passieren automatisch.

00:32:02: Die werden von euch begleitet,

00:32:03: sowieso

00:32:04: wie jede Jahre davor auch.

00:32:05: Ich glaub das ist der Vorteil Tobi.

00:32:08: bei uns sind ganz viele neuen Klässler lost

00:32:10: Total losdrückt.

00:32:11: Und hier werden sie ja schon von vornherein begleitet und sind nicht allein und wissen, Sie werden also mitgenommen.

00:32:17: Also wenn da was ist ihr seid da.

00:32:20: Und auch wir haben probatierende neuen Klasslerne... Also natürlich sind ganz normale Kinder für uns!

00:32:28: Aber ja, ich glaube diese Beziehungsebene und genau die ständige Begleitung.

00:32:35: Und immer wieder Nachfragen...

00:32:38: Was machen zentrale Abschlussklausuren?

00:32:42: Klasse zehn oder Vergleichsarbeiten in klasse acht?

00:32:46: Genau also diese Vera-Acht Sachen, die machen wir freiwillig.

00:32:52: Die müssen wir nicht machen.

00:32:54: Wir geben die auch nicht in diese Portale ein, weil das eben sehr unterschiedlich

00:32:59: ist.

00:32:59: Es gibt aber ... nahezu alle Achtklässlerinnen wollen die machen?

00:33:06: Weil sie einen Stand haben wollen!

00:33:08: Wie steh ich denn eigentlich?

00:33:09: Denen ist durchaus bewusst, dass Sie hier anders lernen als an anderen Schulen.

00:33:13: Ja, mehr Freunde und Bekannte an anderen Schulen.

00:33:17: Und irgendwann interessiert ihr das schon, bin ich so auf dem Stand.

00:33:22: Die große Masse ist da gut im Schnitt, würde ich sagen.

00:33:29: Und tatsächlich die Abschlussprüfungen sind ... Ich weiß nicht ob überdurchschnittlich, aber wir haben auf jeden Fall einen großen Anteil von Jugendlichen mit Qualifikationen für die Oberstufe und es ist noch nie jemand ohne Abschluss von dieser Schule gegangen.

00:33:49: Also vielleicht nicht immer der Abschluss, gewünscht war so, aber es geht niemand ohne irgendeine Qualifikation.

00:33:58: Und das würde ich auch sagen hängt mit daran dass wir viel beraten und auch wenn wir sehen okay also manchmal hilft es ja irgendwie eine zehnte klasse nochmal zu machen um den besseren abschluss zu machen und dann gucken wir uns das genau an und überlegen ok ist das jetzt wirklich noch dein weg oder Willst du dich nicht mal umorientieren?

00:34:21: Also Berufsberatung ist natürlich bei uns auch ein ganz großes Thema.

00:34:25: Aber ja, da kommen sie gut durch!

00:34:29: Der Eindruck, den ich bei euch hatte als ich durch Schulgebäude gelaufen bin für zwei Stunden oder so am Stück war, dass niemand irgendwie unter Druck- oder Hektisch wirkte... Ich kenne das von Regelschule so, dass Schüler dann ... Sie rennen in so einem Unterricht, weil sie das nicht verpassen wollen und müssen kurz auf Klo oder sind gestresst vom Klassenarbeiten sondern jeder hat so ein bisschen seinem Tempo gearbeitet.

00:34:51: Und dann schlendere ich durchs Gebäude und auf einmal sieht man einen Plakat von der Fachschaft Kunst, wie sagt er hier ist das Experiment der Woche.

00:34:57: hast du Lust mitzumachen?

00:34:59: Dann läuft ein Kind dran vorbei wird davon angesprochen und macht es einfach also beschäftigt sich freiwillig mit Kunst oder die Etage drunter des Klavier geht dann einfach zum Sächs-Glesler Stömmsel Mädchen ans Klavier und spielt dann irgendwie hinten.

00:35:14: der Musiklehrer übt mit der Band.

00:35:16: In der anderen Ecke sitzen oberstufen Kinder, die zusammen eine Lektüre lesen.

00:35:22: Genau!

00:35:23: Das wird wie Chaos, das aber doch ne Ordnung hat.

00:35:27: Ja ich glaube, dass ist diese innere Ordnung... Maria

00:35:31: Matissori?

00:35:32: Ist auch wieder genau, irgendwie ist es schon internalisiert.

00:35:36: Ja, das spüren wir ganz viel.

00:35:39: Das stört die auch teilweise gar nicht.

00:35:41: Manche setzen sich absichtlich mit ihren Lernmaterialien in den Musikraum, weil sie das total schön finden ... Genau!

00:35:49: Oder was natürlich auch ein super Vorteil ist, dass wir hier ganz viele Begegnungsräume aller Klassenstufen haben, wo wirklich auch ältere Schülerinnen und Schülern Ja, arbeiten zum Beispiel im Kunstraum und dann sitzen da die kleinen Stöpste aus Klasse fünf und sechs.

00:36:08: Und gucken sich das an und denken, boah, so ist es

00:36:11: auch!

00:36:12: Also diese gegenseitige Anregung...

00:36:16: Was mir jetzt auch noch als Vorteileinfalt, Marie-Montessori, Polarisation der Aufmerksamkeit?

00:36:20: Wenn die Kinder in ihrem Flow sind, da kommt kein Gong.

00:36:23: Du musst

00:36:23: jetzt aufhören.

00:36:24: Wir versuchen auch tatsächlich über die Pausen die Etagen offen zu halten um genau sowas... zu ermöglichen, dass die wirklich in ihrem Tempo arbeiten können.

00:36:33: Und sie können aber auch jederzeit Pause machen.

00:36:36: Also ... Der Schulhof ist ein Lernraum für uns, ein sozialer leeren Raum eben und es gibt jederzeit die Möglichkeit rauszugehen.

00:36:47: Wir haben unsere Cafeteria... Die heißt so, weil das früher die Cafeterie war.

00:36:54: Ein ehemaliges Krankenhaus unserer Schulgebäude.

00:36:56: Genau, und in der Cafete ... ist unser sozialpädagogischer Raum.

00:37:01: Da können die Kinder und Jugendlichen jederzeit hingehen, Spiele spielen, Bücher lesen aber auch eben Gespräche führen ... Genau.

00:37:12: Es

00:37:12: gibt den Schulhund oder mehrere auch tatsächlich, die da teilweise mit angesiedelt sind.

00:37:20: Das heißt ja Polarisation der Aufmerksamkeit und aber auch die Möglichkeit Pause zu machen, wenn ich eine Pause brauche und nicht, wenn sie verordnet ist.

00:37:30: Mhm.

00:37:31: Das was du so berichtest, das klingt ... Wenn Eltern uns jetzt zuhören, die würden ja sagen, es klingt ja so schön um wahrzusehen?

00:37:39: Ich will auch, dass mein Kind an so ne Schule geht!

00:37:41: Und dann drängt sich mir gleich die Frage auf... Warum findet man sowas nicht viel öfter?

00:37:46: Wo siehst Du da mit Deiner Erfahrung aus beiden Welten?

00:37:49: Du warst ja Frau Donn und bis jetzt Claudia.

00:37:52: Kurzt zumindest,

00:37:52: ja.

00:37:54: Woran hakt

00:37:55: das?!

00:37:57: Naja, also ... ich glaube diese ganze Strukturierung des Alltags kann an so einer öffentlichen Schule nur schwer funktionieren.

00:38:12: Wir sind ein kleiner Kosmos, wir sind einzügig.

00:38:17: Wir würden auch niemals zweizügig werden, weil das ...

00:38:20: Ihr müsst auch nicht?

00:38:23: Nee!

00:38:23: Genau, wir müssen auch nicht.

00:38:25: Auch das... Ähm ... Und dann ist es, glaub ich, total wichtig.

00:38:31: Wir können schon das pädagogische Konzept vorgeben.

00:38:35: Also wir sind auch arbeitgeber und die Menschen, die hier arbeiten, committen sich an diesem pädagogischen Konzept mitzuarbeiten.

00:38:47: In der Schulentwicklung machen wir immer alle zusammen.

00:38:49: Es gibt eben keine Lehrkräfte, die Tür zu machen und machen, was sie wollen.

00:38:56: Also hier sind die Türen auf.

00:38:57: Wir haben ganz viel Glas!

00:38:58: Es ist supertransparent ... Und wir alle arbeiten gemeinsam an dieser Haltung.

00:39:05: Ich glaube das ist fast das Schwierigste, was in der öffentlichen Schule so schwer umsetzbar ist, wirklich ein ganzes Kollegium mitzunehmen.

00:39:15: Weil man es eben nicht richtig verordnen kann.

00:39:19: Wenn sich dann Loser, wir waren ja letzte Woche auch da, Tobi war da wenn Kollegen sich auf den Weg machen wollen und auch tatsächlich die Schulleitung mitbringen, also auch die Schuleitung.

00:39:29: Das möchtest du aus meiner Sicht die Voraussetzung

00:39:31: dafür?

00:39:32: Was würdest du denn empfehlen, wenn sie anfangen will, wenn eine Schule anfangen möchte?

00:39:36: Was wäre ein Punkt der möglichst schnell Erfolg bringt und gleichzeitig mehr Mut macht, weitere Punkte anzugehen?

00:39:45: Ich glaube ... dass das tatsächlich erst mal im Kleinen passieren muss als... Also ... Ihr als Lehrkräfte könnt erst mal in dem Wirkungsbereich arbeiten, den ihr so habt.

00:39:59: Und das ist ja das Klassenzimmer der Klassenraum eure Kurse und Kinder mehr in die Verantwortung nehmen.

00:40:07: Mehr Partizipationen... Also was ich immer wieder feststelle wir müssen auch uns an den Lehrplanen halten.

00:40:15: NRW Das tun wir auch.

00:40:18: Wir legen ihn aber eben so offen aus wie möglich.

00:40:22: Und ich glaube, wenn man den mal richtig liest, dann gibt es da super viel Spielraum!

00:40:28: Das ist nicht so festgesetzt ... Wie... Ja, das ist jetzt auch, weiß ich nicht, fünfzehn Jahre her, dass ich mein Referendariat und so gemacht habe, dass viele Schulen schon dabei sind in diesen Umbruch zu gehen.

00:40:46: Aber mal zu gucken, was eigentlich möglich ist und sich wirklich mal dieses Dokument anzugucken.

00:40:50: Und überprüfen muss ich das dann wirklich so machen wie ich das schon seit zehn Jahren mache oder habe ich nicht mehr Gestaltungsräume?

00:40:59: Und ja, alle Kinder auf einmal jetzt in so eine komplett selbst zu verantwortende Freierbeit zu geben.

00:41:07: Das wird nicht funktionieren weil das natürlich auch was mit Kultur zu tun hat, mit Lernkultur.

00:41:12: Das finde

00:41:12: ich spannend dass du das sagst, weil da ist vielleicht so ein Reflexes von Menschen die zuhören und sie sagen boah probiere ich jetzt auch und dann sehe ich die jetzt vor der neunten Klasse wo die dann Freierarbeit ausprobiert und fliegen voll auf die Nase.

00:41:26: Ich glaube, das muss auch geübt werden.

00:41:28: Also auch selbstständiges Arbeiten muss geübpt werden.

00:41:33: aber ja ich glaube zum Beispiel so projektorientiertes arbeiten wenn erstmal genau selbstbestimmt ziele formuliert werden können.

00:41:45: was interessiert mich überhaupt?

00:41:47: Was möchte ich rausfinden, dass so Freiräume geschaffen werden.

00:41:51: Wo eben Kinder wie ich gerade sagte partizipieren können und mitbestimmen können ihren Lernweg selber gestalten können?

00:41:58: Ich vereinbare ganz oft mit Kindern und Jugendlichen was am Ende in so einer Klassenarbeit vorkommen soll.

00:42:08: also Kann ich Beispiele nennen?

00:42:10: Oder wir gucken uns wirklich mal den Lehrplan oder unser eigenes Curriculum, unsere Penzenpläne an.

00:42:16: So das steht nachher... Ich kann das und was brauchst du damit du das kannst!

00:42:21: Und wie kann dein Weg sein dahin zu

00:42:23: kommen?!

00:42:25: Und dahingehend den Unterricht zu öffnen, dass eben nicht alle im gleich Schritt das Gleiche machen müssen sondern zu gucken okay dann ist unser Klassenarbeitstermin den ja alle haben.

00:42:37: Und jeder überlegt sich mal Was muss ich eigentlich können, was ich noch nicht kann?

00:42:41: Das kann ja auch sehr unterschiedlich sein.

00:42:45: Um so ein Ziel zu erreichen und mit wem muss ich mich zusammentun und welche Ressourcen brauche ich dafür?

00:42:50: Und ich glaube dieses Partizipieren könnte ich mir vorstellen.

00:42:54: Mein Gefühl ist ja dass man dafür als Lehrer den Mut braucht die Kontrolle abzugeben von einem selbst in die Hände der Lernenden total.

00:43:05: Die man braucht ein ganzes Stück Zutrauen.

00:43:09: Das ist ein Verlierer.

00:43:11: Genau, das Vertrauen zu dem Versicht sind Punkte total super wichtig und ich bin fest davon überzeugt, wenn man diesen Vorschuss... gibt, dass Kinder den eigentlich nicht ausnutzen.

00:43:30: Sondern das oft als Chance sehen und dann ist natürlich ... Also ja!

00:43:33: Und wenn sie es ausnutzen steckt irgendetwas dahinter?

00:43:35: Auch die haben wir gerade schon darüber gesprochen können dann auch noch mal lernen.

00:43:38: Dann kriegen Sie vielleicht eine zweite Chance, vielleicht sogar noch eine dritte um das tatsächlich zu lernen.

00:43:44: Ich finde auch dieses Mal fünf Begrade sein lassen.

00:43:51: Keine Ahnung ich bin mittlerweile Freunde und Bekannte von mir in einer Grundschule.

00:43:57: Und dann hat das Kind eine Vier irgendwo geschrieben, ich denk mir ja ... Und davon geht die Welt halt nicht unter so.

00:44:04: Also es muss nicht immer alles perfekt sitzen um klarzukommen.

00:44:13: Ich glaube diesen Spielraum und sich ein bisschen flexibel zu halten war's denn tatsächlich?

00:44:21: sein muss und wo man auch vielleicht mal zwei drei Abstriche machen kann.

00:44:26: Beim Wort Zutrauen muss ich gleich an die neuen Projektkurse denken, die wir jetzt ja in der gymnasialen Oberstufe erneutern das Fall einführen müssen also freies selbst gesteuertes Projekt lernen mit einer Präsentationsprüfung im Amitur.

00:44:39: Das bringt ganz viele Schulen gerade richtig ans Rotieren, weil das ja eine Art von Arbeit ist.

00:44:44: Die ist für euch ja normal.

00:44:46: so Projektarbeit für die Schüler?

00:44:48: Tatsächlich spielt uns das ein bisschen in die Karten.

00:44:50: Welchen Tipp

00:44:51: würdest du schulen geben, die sich da grad auf den Weg machen?

00:44:55: Boah, die Schülern mitnehmen wirklich!

00:44:57: Ich glaube dass sie ganz ganz viele Ideen haben und... Also ja, vielleicht bin ich jetzt auch schon zu lang aus dem öffentlichen System raus.

00:45:08: Aber ... Ich hab wirklich die Erfahrung gemacht selbst, wenn Kinder und Jugendliche das haben wir auch überhaupt keine Idee haben was sie interessiert oder was wir machen können.

00:45:22: Manchmal brauchst du nur einen kleinen Anstupser aber irgendwann machen die sich auf den Weg Die

00:45:31: müssen ja an einem Fachangebunden sein.

00:45:33: Genau!

00:45:33: Und ich finde das eine großartige Idee, die hat man tatsächlich auch schon, dass wir die Schüler befragen in welchen Bereichen sie sich Projektkurse vorstellen, denn wir Lehrer können uns ja okay machen mal dies oder jenes weil wir da vielleicht schon gut aufgestellt sind.

00:45:46: Das heißt noch lange nicht, dass die Schüler vielleicht daran auch Spaß hätten nur bei mir.

00:45:50: Viel besser wäre es doch, die Schüler die Richtung vorgeben zu lassen und dann wird geguckt haben wir das, können wir das personell machen?

00:45:58: Ja.

00:45:59: Weil

00:45:59: dann ist doch die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass sie motiviert auch an diesen Projektkurs gehen und...

00:46:03: Also es tatsächlich, dass wir ein bisschen darauf unbewusst schon vortrainieren.

00:46:11: Wir haben zum Beispiel in der neunten Klasse unser drittes Quartal, das glaube ich im Moment komplett projektorientiertes Arbeiten.

00:46:21: Die müssen alle Fächer Also nicht alle gleichzeitig, aber miteinander verbinden.

00:46:30: Es darf kein Fach einzeln sich angeschaut werden?

00:46:33: Dann müssen die sozusagen mit ihren Fachlehrkräften ... sich zusammensetzen und keine Ahnung, dann kommt da ... Rallye mit Musik-und Englisch raus und dann gab's zum Thema Gospel was.

00:46:49: Und das ist aber wirklich... Da sind wir sehr weit.

00:46:54: außen puzzeln sich ihre Fächer zusammen und gucken, wo gibt es da Verbindungen?

00:47:01: Und was kann ich mir vorstellen, was am Ende als quasi Prüfungsleistung fächerverbinden dabei rauskommen kann.

00:47:07: Die müssen alle präsentieren.

00:47:10: Das läuft dann tatsächlich wie fast im Wochentakt ... dass die fast jede Woche was präsendieren müssen.

00:47:15: Aber diesen Gedanken, wie kann ich Fäche verbinden arbeiten?

00:47:21: Wie kann ich daraus ein Projekt machen?

00:47:24: Das legen wir sozusagen schon relativ früh an.

00:47:27: Also

00:47:27: klassischen Schulwesen gibt es immer noch, ich nenn's jetzt mal bewusst die Angst dass sich als Fachlehrer in einer Kombination mit einem anderen Fach natürlich dann nicht beurteilen kann weil ich ja nur die Fachtigkeit in dem einen Fach habe und ich deshalb Angst habe.

00:47:42: da bin ich daher vielleicht nicht fit kompetent genug das zu beurteilten wenn ich das mit beurTeilen müsste.

00:47:46: also das höre ich tatsächlich auf.

00:47:48: Ich hab zwei Fächer studiert und als Lernbegleitung bin ich vielleicht woanders noch eingesetzt.

00:47:54: Wie machen das die Kollegen hier bei euch?

00:47:58: Ja, ganz viel im Austausch.

00:48:02: Und also ... ja, das ist unterschiedlich.

00:48:05: Es gibt die Kolleginnen und Kollegen, die sich dann wirklich zusammentun nach so einer Präsentation und gemeinsam gucken okay was hat er bei dir gemacht, was hat der bei mir gemacht?

00:48:17: wie ist das zusammenkommen und geben vielleicht auch eine gemeinsame Note?

00:48:22: Rein theoretisch könnte man sich dann eben nur, also wenn ich jetzt das Thema Gospel mache.

00:48:27: Ich kenne mich mit Reli und Musik auch nicht besonders aus.

00:48:30: Könnte es nicht ... Theologisch oder musikalisch bewerten?

00:48:34: Aber ich kann die Englischleistung darin mir angucken.

00:48:38: Ich kann mir anschauen hat er sich mit dem amerikanischen Gospelwesen auseinandergesetzt Hat der englischsprachige Quellen genutzt Und hat ja die Präsentation auf Englische irgendwie in einem guten Kontext gehalten.

00:48:55: Ich muss offen sein, ich glaube das ist die Grundvoraussetzung sich eben nicht zu versperren sondern es auch ein bisschen auf sich zukommen zu lassen und mal gucken was daraus wird und nicht so angstbehaftet zu sein weil eigentlich er gibt Ergeben sich daraus ganz viele Chancen, auch selber weiter zu lernen.

00:49:14: Also sicherlich als

00:49:15: ...

00:49:15: Ja, absolut!

00:49:17: Und also tatsächlich macht den... Ich mach das die Erfahrungen eigentlich jeden Tag.

00:49:23: Wie gesagt ich mache Englisch und Spanisch eigentlich.

00:49:26: Ganz oft kommen Kinder in der Unterstufe zu mir und wollen dann Mathe machen.

00:49:34: Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal schriftlich dividiert habe unten.

00:49:38: Ja, bringen wir uns das zusammen noch bei.

00:49:41: Und es ist aber ganz oft für die Kinder und Jugendlichen total gewinnbringend weil sie eben sehen.

00:49:46: okay wir sind auch keine perfekten alleswissenden sondern auch wir lernen und wir lernen auch voneinander und miteinander

00:49:54: was ja auch wieder mit dem leben zu tun hat Weil die Kinder lernen, niemand ist perfekt und viel wichtiger ist doch dass man mit der Unperfektion konstruktiv umgeht.

00:50:03: Genau was mache ich dann wenn wir hier alle stehen und nicht weiter wissen?

00:50:05: okay irgendwie also Problemlösungskompetenzen?

00:50:12: Mir ist noch toll fasziniert hier bei euch, dass wir die Schulleitung aufgeteilt haben.

00:50:16: Das ist ja absolut unklassisch zum staatlichen Thule-Riesen.

00:50:20: Erzähl uns doch mal bitte davon!

00:50:21: Genau da habe ich natürlich den riesen Riesenvorteil das wir als GGM BH eine Geschäftsführung mit dem Riesenverwaltungsapparat haben der... ...das ganze Verwalterische sag' ich mal von meinen Und unseren Schultern nimmt und wir wirklich zum allergrößten Teil pädagogische Schulleitungen sind.

00:50:42: Dann haben wir uns vor ein paar Jahren, jetzt seit Kurzem auch sehr intensiv auf einen soziokratischen Transformationsprozess begeben.

00:50:52: also Wir versuchen die Hierarchien hier so flach wie möglich zu gestalten.

00:51:00: im Konsentprinzip Also wenn Entscheidungen getroffen werden werden quasi systemische Bedenken abgefragt und dann wird aber erst mal ausprobiert, wenn nichts Großes dagegen spricht.

00:51:13: Und unsere Schulleitung wird auch aus dem Team herausgewählt.

00:51:17: Also ich bin jetzt im vierten Jahr gewählte Schulleiterin ... Genau!

00:51:24: Ich hab das Vertrauen vom Team bekommen, dass ich irgendwie die Haltung mitbringe empathisch genug bin, um für das Team da zu... Muss es auf die ganz normale

00:51:36: Schulleitungsprüfung machen?

00:51:38: Nicht ganz.

00:51:40: Es gibt diese Schulleiterqualifikationen.

00:51:42: Ich musste nicht diesen ganzen Unterrichtsbesuchsapparat und so.

00:51:46: Das muss ich nicht machen.

00:51:47: Das müssen die privaten Ersatzschulen zum Glück.

00:51:53: Weiß ich nicht, ob ich das noch gekonnt hätte oder hätte ja auch wieder ein Show-Tanz machen müssen.

00:51:59: Genau, das muss ich nicht machen.

00:52:00: Aber ich hab diese Fortbildung, also Schulrecht und Mediationen ... Also all diese ganze Bandbreite habe ich durchlaufen.

00:52:11: Mein Kollege auch!

00:52:12: Und wir sind ein Dreier-Team.

00:52:15: Klassischerweise Gesamtschule in der Schulleitung, stellvertretende Schulleitungen, didaktische Leitung.

00:52:19: Dann haben wir einen erweiterten Schulleytungskreis mit den Abteilungsleitungen.

00:52:27: Aber auch da sind wir gerade wieder in der Schulentwicklung, unsere Teams ein bisschen zu verkleinern.

00:52:33: Wir sind ja insgesamt fast fünfzig Leute aufgeteilt in drei Gruppen, die aber auch sehr unterschiedlich groß sind und ...

00:52:42: Und diese soziokratischen Prozesse, die übt ihr dann wahrscheinlich jetzt schon?

00:52:46: Und die Sorge ist ja, wenn man von diesen Prozessen spricht, es dauert vielleicht länger alles, um zur Inkonsens zu kommen, ist das wirklich wahr?

00:52:53: Stimmt das oder was macht ihr jetzt gerade dafür mit der ...

00:52:57: Erfahrungsgemäß werden Entscheidungen viel schneller getroffen.

00:53:01: Wir haben das schon immer so gehabt, dass eigentlich alle Entscheidungen mittragen sollen.

00:53:10: Das meinte ich damit, dass irgendwie das ganze Team auch in der Schulentwicklung und bei allen Prozessen mit dabei ist.

00:53:16: Und wir haben irgendwann festgestellt, wenn wir uns wirklich mit allen treffen ... Also meine Wahl war dann im Roundspeak spricht in Runden und jeder wird gehört.

00:53:29: Wenn man das dann mit forty-fünf Leuten macht, dauert es sehr lange.

00:53:33: Genau.

00:53:34: Und jetzt sind wir gerade dabei uns ...

00:53:37: Und jeder ist gehört worden?

00:53:39: Das auf jeden Fall!

00:53:41: Jeder darf auch wirklich sagen, ich hab da und da schlechte Erfahrungen gemacht.

00:53:47: Das macht mir Bauchschmerzen.

00:53:49: Da bin ich nicht einverstanden.

00:53:51: Ich habe Sorge, dass ... dass für das System nicht gut ist.

00:53:57: Und dann gucken wir uns das an und finden dafür eine Lösung.

00:54:02: Genau, jetzt gerade sind wir dabei diese Kreise ein bisschen kleiner zu machen.

00:54:06: Dann funktioniert es im Grunde mit einem delegierten Prinzip, sodass nachher ne Leitungsebene trotzdem noch zumindest prüfend ... Einwirken kann, stimmt es mit unserer Haltung und unserem Konzept überein.

00:54:22: Was da entschieden wird aber die eigentliche Entscheidung liegt dann halt im Team genau Aufgaben bezogen, Kompetenz bezogen.

00:54:31: dass irgendwann mal ein staatlicher Schulsystem übernommen wird?

00:54:34: Das ist deine Einschätzung,

00:54:35: hoffnung.

00:54:37: So

00:54:37: funktioniert Politik halt aktuell nicht.

00:54:40: Ja genau also ich merke ja was das für uns für den Prozess ist.

00:54:44: und auch da alle mitzunehmen und so dauert einfach.

00:54:48: man muss Erfahrungen sammeln und das im Betrieb quasi umzustellen ist wirklich nicht so einfach.

00:54:54: das muss man in kleinen Schritten machen.

00:54:57: Boah, uns ein ganzes Bundesland mitzunehmen oder im Zweifel sogar eine ganze Nation ist natürlich ...

00:55:03: Du seid hier schon so'n kleiner Mikro-Kosmos.

00:55:05: Auf jeden Fall!

00:55:06: Das ist so und ich weiß aber also die unsere Supervisorin, die mit uns diese Transformation macht hat schon einigen freien Alternativschulen auf diesen Weg begleitet Und das geht schon in diesem kleinen Kosmen Ja, aber es ist ja... Es ist auf jeden Fall was was man glaube ich nicht übertragen kann.

00:55:30: Also dafür, das meinte ich eben diese die Organisationsstruktur, die wir durch eine private Trägerschaft einfach haben dadurch dass wir alle gemeinsam ein pädagogisches Konzept fahren ja das ist glaube ich schon ne Besonderheit die einen nicht so einfach aufs öffentliche System übertragbar ist.

00:55:51: und angenommen da sind jetzt Lehrkräfte die zuhören Vielleicht wäre das was für mich.

00:56:00: Was

00:56:00: würdest du denen raten?

00:56:01: Wie sollten die überhaupt vorgehen, weil so ein Wechsel ist ja glaube ich gar nicht so evident.

00:56:08: Ja Also geht zumindest schon mal hospitieren.

00:56:13: also eigentlich sind alle freien Alternativschulen es gibt der mittlerweile ein paar aktuell wird es ihnen ein bisschen schwer gemacht, sich zu gründen.

00:56:23: Aber es gibt viele, viele Initiativen die sich auf den Weg machen und auch schon einige, die auch anerkannt wurden einfach mal hingehen und gucken.

00:56:38: Und ich glaube dann braucht das erstmal eine Bereitschaft diese klassische Lehrerrolle abzulegen weil sie hat meines Wissens nach ... keinen Lernbegleiter an irgendeiner freien Alternativschule.

00:56:51: Und wenn das was für einen ist, wir haben einige Kolleginnen und Kollegen aus dem öffentlichen Schulsystem die sich haben beurlauben lassen.

00:57:01: Das geht eine bestimmte Anzahl an Jahre?

00:57:03: Genau, das ist für fünf Jahre in Ausnahmefällen mit Verlängerung jetzt es leider so dass die aktuelle das aktuelle Schulministerium quasi gar nicht mehr zulässt.

00:57:17: Weil Lehrermangel

00:57:18: ...

00:57:20: Die

00:57:20: eigenen Schulen zuerst versorgt, ne?

00:57:22: Na klar!

00:57:23: Und das ist auch berechtigt

00:57:25: und

00:57:26: ich denke mir immer wenn es aber einen Wunsch gibt von Lehrkräften eben darauszukommen werden denen schon noch viele Steine in den Weg gelegt gerade dass es schon so.

00:57:37: die Erfahrung machen wir einfach und Es ist natürlich ein mutiger Schritt.

00:57:42: Wir haben auch drei vier ...Kollegin, die tatsächlich ihr über Amtenverhältnis gekündigt haben.

00:57:49: Und das ist natürlich ein Schritt... Da hängt einfach viel dran!

00:57:54: Das ist völlig klar.

00:57:56: und die sagen aber also was soll ich bis zur Pension unglücklich mein Dasein fristen?

00:58:03: Genau.

00:58:03: Da bist du bei deinem

00:58:04: Commitment, was du gesagt hast.

00:58:05: Voll!

00:58:06: Ja, ja... Ich glaube, wir

00:58:07: hatten nicht das letzte Woche gefragt.

00:58:09: Würde dich irgendetwas bewegen können wie da ins staatliche Schulsystem

00:58:12: zurück?

00:58:12: Auf keinen Fall.

00:58:14: Nee wirklich nicht.

00:58:15: Also selbst wenn der Worst Case eintritt und weiß ich nicht irgendwie im Einfeld diese Schule schließen zu müssen oder ich weiß nicht was passieren muss dass es diese Schule nicht mehr gibt würde ich trotzdem nicht mehr Lehrkraft an der öffentlichen Schule sein wollen, glaube ich.

00:58:32: Weil ich eben ... ja, dieses Thema Selbstwirksamkeit finde ich einfach super wichtig!

00:58:43: Das habe ich für mich festgestellt.

00:58:45: Ich war schon immer freiheitsliebend und hab immer gesagt, wenn ich ... also auch nach dem Ref in diesem ganz normalen Bewerbungsprozess drin

00:58:53: usw.,

00:58:55: Und hab immer schon gesagt, ich will auf gar keinen Fall verbeamtet werden.

00:58:58: Weil ich nicht diese Fesseln haben will.

00:59:01: Ich weiß das es ganz viele Vorteile hat aber für mich haben die Nachteile einfach überwogen.

00:59:06: Bist du ja sehr klar?

00:59:08: Ja, da war ich auch früh sehr klar.

00:59:10: Das hab' ich irgendwie schon immer gefühlt... Ich bin aber auch ein Mensch der sich sehr von seiner Intuition leiten lässt.

00:59:18: Du hast ja viel mit aufgebaut und du bist seit zehn Jahren hier.

00:59:22: Wie vierzehn?

00:59:23: Genau!

00:59:23: Ich habe die Oberstufe mitgegründet.

00:59:25: Ich war eine der ersten Lehrkräfte mit sechs, zwei Beziehungen.

00:59:28: Soviel

00:59:28: Selbstseksamkeit dann?

00:59:29: Ja voll, total!

00:59:32: Und das ist auch super spannend zu sehen, wie sehr sich diese Schule verändert hat.

00:59:37: Also eigentlich verändert sie sich jedes Jahr mit allen Menschen die hier eben im Schulleben beteiligt sind.

00:59:46: Man ist immer nur so weit, wie die Menschen halt hier sind und manchmal geht man zwei Schritte zurück und dann wieder einen Riesensprung vorwärts.

00:59:55: Wir hatten eine zeitlang feste Kurszeiten für Fächer, weil das einfach gerade wichtig war für die Menschen, die hier gearbeitet haben und dann wäre sonst uns das Commitment flöten gegangen.

01:00:09: Aber ich glaube dieses den Blick zu haben für das was wir hier eigentlich wollen und dann die Zeit auch den Erwachsenen zu geben nach und nach wieder da hinzukommen um den größtmöglichen Grad an Freiheit hier zu ermöglichen ist eben auch Arbeit mit Erwachsenen und nicht noch mit den Kindern.

01:00:28: Und Jugendlichen hier, ja ...

01:00:30: Also unsere Abschlussfrage hat sich quasi schon selbst beantwortet?

01:00:35: Ich finde das eine rhetorische Frage tatsächlich.

01:00:37: Unser Podcast heißt ja Leerkraft-Besterjob der Welt.

01:00:39: Fragezeichen Ausrufezeichen.

01:00:42: Mhm.

01:00:42: Ja auf jeden Fall!

01:00:45: Und also für mich ... Äh ausrufe Zeichen.

01:00:49: Das sage ich ja, rhetorischer Frage.

01:00:52: Ja... und Ich glaube, dass man wirklich für sich überlegen muss was ... also wie viel ich bin.

01:01:04: Ich bin total gerne Lehrerin weil ich aber nicht mehr Frau Donnen sein muss sondern weil in diesem Beruf auch einfach ich sein kann und das abzulegen und den Rahmen an Freiheit und Selbstwirksamkeit möglich zu machen das System, in dem man dann halt ist so hergibt.

01:01:30: Ich glaube da kann man immer ein bisschen dran arbeiten.

01:01:34: Dann haben wir wieder den Bogen zum... Haben

01:01:36: wir den Bogan?

01:01:37: Genau.

01:01:37: So,

01:01:37: wollen uns die Schule noch ein bisschen anschauen?

01:01:39: Sehr

01:01:39: gerne!

01:01:40: Der hier ist

01:01:43: ganz neu.

01:01:43: Ja eben, da können wir nächste Woche ja nicht rein, weil

01:01:46: da wurde

01:01:47: gerade ein Schülerin waren genau.

01:01:50: Ohja oh.

01:01:52: Bitte Tui.

01:01:55: Film, dass man ... Das ist so ein Traum von mir.

01:02:00: Ein Träumchen auch so einen Raum zu haben.

01:02:08: Und das ist ein Rückzugsraum?

01:02:10: Genau hier können die Schülerinnen und Schüler eigentlich jederzeit hinkommen.

01:02:13: Der ist jetzt ganz neu.

01:02:15: Ist auch von unserem sozialpädagogischen Team quasi beantragt worden.

01:02:22: Wenn der frei ist, ist er frei!

01:02:23: Wir

01:02:26: nutzen hier mit Rollo sehr schön, die Lichterkette.

01:02:29: Das ist so liebevoll sind so Kleinigkeiten...

01:02:32: Aber genau ja das ist ein typischer Oberstaat.

01:02:34: also hier wurde klar so geschrieben.

01:02:36: Das sieht normalerweise nicht so aus.

01:02:40: ganz oft stehen die Tische auch an der Seite und es gibt einfach nur einen Stuhlkreis.

01:02:45: Also hier riecht's wie in einer typischen Schule.

01:02:46: Ja genau also das ist irgendwie normal Genau.

01:02:50: Aber ich weiß nicht, was ... Ja

01:02:58: also, ich find das auch faszinierend.

01:02:59: hier ein eigener Kopierer, ne?

01:03:01: Also dass die Schere selbst...

01:03:03: Die können selbst kopieren, sie können sich selbst Sachen ausdrucken

01:03:08: und da ist dann Material und ...

01:03:11: genau.

01:03:12: Und

01:03:13: die meisten Jugendlichen arbeiten hierher digital Das sind halt dann noch mal so Nachschlagewerke und so, ne.

01:03:20: Ja guck mal, sieht man die Pflanzen!

01:03:22: Auch die Schülerinnen und Schüler, das ist ein Dienst bei

01:03:25: uns Genau.

01:03:33: Die sind halt alle sehr leer, die Oberstufenräume, weil die multifunktional genutzt werden.

01:03:40: Da sind mal so kleine Räume, wo sie sich zurückziehen können und hier ist der Sonnenplatz.

01:03:50: Hier kann man dann auch Pause machen.

01:03:52: Ein Platz an

01:03:53: der Sonne?

01:03:56: Ja.

01:04:00: Also bei uns in die Balkone tatsächlich für Schülern gesperrt ... Ich glaub auch tatsächlich aus Angst.

01:04:06: Das muss ja wahrscheinlich eine bestimmte Höhe hier haben, ist ja auch ziemlich hoch.

01:04:10: Fenster

01:04:10: abgeschlossen.

01:04:11: Verkohne gesperrt und Fenster abgeschrottet.

01:04:13: Habt ihr so Probleme mit ... ich nenn's jetzt mal Vandalismus, also beschmierten Tischen oder auf den Kloß?

01:04:20: Selten.

01:04:21: Haben wir immer wieder meistens kriegen was raus, wer es war.

01:04:26: Und die Kinder übernehmen dann ... Oder jünglichen Verantwortung.

01:04:29: Genau!

01:04:30: Reinigen das.

01:04:31: Entweder reinigen sie da oder wenn es eben nicht mal eben ist, kommen ... also stellen wir denen das in Rechnung.

01:04:38: Also die Hausmeisterkosten und so immer.

01:04:42: Genau.

01:04:42: Wir arbeiten aber auch viel mit Wiedergutmachungen.

01:04:44: Kommt auch aus einer neuen Autorität.

01:04:47: Stimmt!

01:04:48: Ah der Musikraum genau.

01:04:50: Kann man doch

01:04:50: gerne mal gucken gehen?

01:04:51: Ja

01:04:52: klar stimmt ja Musikraum.

01:04:53: Da saßen hier letztens Schüler vor der Tür und die wollten rein und da haben wir noch

01:04:56: einen Lehrer und dann kam einer.

01:04:59: Stimmen.

01:04:59: Das hier sowas was im äh wenn das Makerspace dann zum Beispiel entstanden ist.

01:05:04: Ah, unten in der Werkstatt?

01:05:06: Genau.

01:05:08: Da könnte man vielleicht gleich auch noch mal ...

01:05:10: Ja, da ist immer kreatives Chaos nützlich.

01:05:12: Ja, genau

01:05:13: so soll es sein!

01:05:16: Also Musik passiert hier auch Hands-on.

01:05:22: Können sich Musikinstrumente rausnehmen.

01:05:24: Es gibt aber auch ... Genau, Materialien zum Erlernen von Musikinstrumenten.

01:05:38: Hier wird ganz viele Bands entstehen hier und können Bandproben machen.

01:05:46: Wir haben eine ganz tolle Kollegin aus der Ukraine.

01:05:49: die ist tatsächlich Pianistin und Musiklehrerin Und die bringt den Kindern auf Englisch Hauptsächlich.

01:05:59: Mittlerweile auch mit ziemlich gutem Deutsch ... Klavier spielen bei, das war

01:06:07: richtig cool!

01:06:08: Und da ist das Großartige, das haben wir echt auch mitgenommen, dass jeder Schüler

01:06:12: selber

01:06:13: sich so eine Box schreinert, sagen wir es mal so, die sind's schon vorgegeben, die machen dann ihren Namen darauf

01:06:18: und ihr geht bis

01:06:19: zur Oberstufe mit?

01:06:20: Genau, das ist quasi eines der ersten großen Projekte für die Fünfklässler innen, die hier ankommen.

01:06:28: Die haben alle eine Materialkiste, die sie im Makerspace zusammen koppeln.

01:06:34: Damit haben Sie dann direkt eine Einführung in den Makerspaces?

01:06:38: Also genau hier steht das ganze Material.

01:06:54: Genau, Deutsch ist mittlerweile auch ... Ja und das ist natürlich auch, das finde ich auch ziemlich cool da entstehen jetzt so langsam diese Regale aus alten Kisten der mal die Schülerinnen und Schüler da auch.

01:07:07: Genau, hier ist die Deutsche Ecke.

01:07:10: Ein Mehrzweckraum hier find ich auch total schön, vor allem so lichtdurchflutet.

01:07:14: Gerne, die so geilen Sitztische!

01:07:15: Ja.

01:07:18: Hat mir jetzt auch mal überlegt, mal Probeweise anzuschaffen und mal schauen wie das ankommt.

01:07:24: Die werden manchmal benutzt, muss man sagen gar nicht so häufig, wie ich gehofft hatte.

01:07:33: Weil sie doch viel Möglichkeit haben, an Tischen zu sitzen.

01:07:39: Wie war das noch mal mit dem Brandschutz und dem Teppich?

01:07:42: Kein Problem.

01:07:43: Vorhin

01:07:43: beim Inder haben wir geschärzt, wenn Projekte anstehen, dann werden die immer mit drei Argumenten plattgekloppt.

01:07:48: Brandschutzzfluchtwege... Und was war das Dritte?

01:07:53: Brandschuzzflüchtwege und...

01:07:54: Ja, eins war noch ein.

01:07:56: Das bei uns wird alles plattgemacht.

01:07:59: Aufsichtspflicht!

01:08:00: Aufsichtspflicht!

01:08:01: Wir haben schon gedacht, wir brauchen da ein Gebäude, eine Gläserscheibe bis unten so wie es hier eben auch

01:08:06: ist.

01:08:07: Da hat man das eine Problem.

01:08:09: Brandschutz ist ja anscheinend kein Problem.

01:08:11: Zu uns kommen regelmäßig Pädagogik-LKs, hospitieren.

01:08:14: Mhm!

01:08:16: Also ... fühlt euch eingeladen?

01:08:19: Sehr gerne.

01:08:20: Genau hier sind wir jetzt im Chaos angesagt.

01:08:23: Spuren von ...

01:08:25: Ja, Müssen stand da mal nicht nüssen.

01:08:28: Ah!

01:08:28: Die

01:08:30: Schule kann Skunkrund von Müssen enthalten.

01:08:35: Allergisch sein!

01:08:36: Also, hier steht halt auch noch ein Lasercutter ... Wir hatten heute Morgen sechs Hospitanten aus Blomberg.

01:08:46: Sekundarschule da.

01:08:46: Ähm... Und also dieser Lasercutter hat letztlich dadurch dazu geführt, dass wir ganz viel Materialien selber herstellen können.

01:08:56: Hier steht unsere Barista-Maschine?

01:08:58: Ja, da haben wir letzte Woche Kaffee getrunken.

01:09:00: Das ist eine Schülerfirma von uns.

01:09:03: Genau, ein Achtundneun-Clisladien, das wirklich sehr souverän gemacht hat und unsere Fragen beantwortet.

01:09:09: Ja bis zu ... also bis in die Oberstufe rein genau.

01:09:12: Das ist diese Cafete, von der ich eben sprach nebenan.

01:09:16: Boah war sich einer Lehrkraft im öffentlichen System für Tipps geben wollte wenn man sich auf den Weg machen will?

01:09:24: Boah!

01:09:24: Hast

01:09:27: du unter?

01:09:27: Mehr

01:09:27: Sozialarbeiter, das ist immer gut.

01:09:31: Ha!

01:09:31: Ja.

01:09:31: Sagt ja Sozialarbeitern.

01:09:33: Genau.

01:09:34: Kein Chef-Person.

01:09:35: Aber seit zehn Jahren ... Wir kriegen das nicht hin?

01:09:38: Wir müssen in Stelle kapitalisieren und wir haben keine

01:09:40: Stellen.

01:09:41: Weil nur Grundschulen

01:09:43: und Förderschulen in Lüßburg welche bekommen und wir nicht.

01:09:48: Ja also auch unsere Sozialpädagoginnen laufen teilweise auf Lehrerstellen.

01:09:55: Das ist auch so.

01:09:58: Und der Mehrwert ist da

01:09:59: Ja, natürlich.

01:10:00: Also ... ein Hundert Prozent!

01:10:04: Ja,

01:10:05: deswegen ist es Gold wert.

01:10:08: Hier wird übrigens auch der trinomische Kubus gerade gebaut.

01:10:11: Deswegen ist das eingemalt.

01:10:12: Was bitte?

01:10:13: Der Trinomisch-Kubus.

01:10:15: Ja, damit kann man trinommische und ... also eben auch binomische, aber trinômische Formeln legen.

01:10:22: Ist das auch Montessori-Material?

01:10:23: Das

01:10:23: ist ganz klassisches Montessoriamaterial ja.

01:10:28: Das ist hier so A² und B² und C².

01:10:31: Ah, okay!

01:10:33: Wie sich das zusammensetzt war mir jetzt auch schon wieder ein bisschen näher.

01:10:37: Genau ich höre also richtig raus du sagst eigentlich so den richtigen Spirit einer freien Schule den kriegt man nur schwer eingefangen an der Regelschule.

01:10:47: Ich glaube, was ... Ja.

01:10:49: Also das ist ja das, was ich eben schon gesagt habe, dass sich jeder Einzelne auf jeden Fall in seinem kleinen Klassenraum-Kosmos irgendwie auf den Weg machen kann und Schüler mitnehmen

01:11:01: usw.,

01:11:03: aber ich glaube diesen Spirit, den es so umfänglich braucht, haben wir, weil unser ganzes Team mitzieht.

01:11:11: Bist du

01:11:12: auch Putzhilfe?

01:11:13: Ja!

01:11:13: Alle!

01:11:15: sind alle irgendwie mit dabei.

01:11:17: Und auch dieser Soziokratie-Prozess zum Beispiel, das geht bis hin in die hausmeisterreichliche Reinigung ... und es ist so ein Gesamtkonstrukt.

01:11:32: Das heißt also du sagst?

01:11:33: Eigentlich weg vom Einzelkämpfer-Tun.

01:11:36: Absolut!

01:11:36: Hier zum holistischen

01:11:38: Gesamtkonzept.

01:11:39: Ja, Lebensraumschule?

01:11:41: Ja, total.

01:11:43: Du

01:11:43: sagst das Fassade... Jetzt haben wir auf dieser Seite tatsächlich unser Leitbild stehen und dann können wir aber auch noch mal rumgehen und diese Begriffe um uns angucken

01:11:59: Wir sind selbstständig

01:12:01: und verantwortlich

01:12:03: für unsere Gemeinschaft.

01:12:04: Für uns?

01:12:06: Ah, ja!

01:12:07: Oh, ja ...

01:12:09: Genau.

01:12:09: Und da kommt so ein bisschen das vielleicht auch noch mal besonders... Da kommt so'n bisschen dieser Aspekt rein.

01:12:20: Ach, da ist schon zu.

01:12:21: Da müssen wir unten rausgehen.

01:12:25: Wir haben wie so einen Wertekreis Also mit welchen Werten wir, welche Werte uns wichtig sind.

01:12:34: Und die ganze Grundidee ist tatsächlich reigeteilt also der Bildungsaspekt, der klassische akademische Bildungaspekt.

01:12:44: das ist ein Drittel und das zweite Drittel sind die persönlichen Kompetenzen und das dritte Drittel Wir haben

01:12:57: letzte Woche unterhaltenen Podcast,

01:12:59: genau über die Verteiler.

01:13:01: Genau!

01:13:03: Und das ist mitgedacht und ich glaube dass es auch was man spürt weil wir eben auf die anderen beiden Aspekte genauso schauen wie auf...

01:13:15: Lernen mit ihrem Herz und Hand.

01:13:17: Genau!

01:13:17: Die müssen sich ja sowieso beteiligen, also ich meine hier macht jeder was... Also wie ist dann die SV?

01:13:23: Sind das noch mal die super Engagierten?

01:13:26: Die werden in ihren Mentorengruppen gewählt, dadurch entsteht quasi eine unterstufende Mittelstufen- und OberstufenSV mit Vertreterinnen aus allen Mentoren Gruppen.

01:13:34: Es können aber auch alle zusätzlich hingehen, die Bock auf SV Arbeit haben.

01:13:45: Was machen die dann zum Beispiel?

01:13:46: Ich sag mal, wenn sie sich bei uns vorstellen.

01:13:49: WLAN für alle, wir haben nämlich kein flächendes WLAN.

01:13:52: Irgendwelche Partys, Super Mario Kartabende, also die machen tatsächlich eher so ... können bei den Schülern Punkten mit solchen Aktionen.

01:13:58: Ja!

01:14:00: Also was sagen eure Schüler, warum sie gewählt werden?

01:14:04: Bei uns ist es tatsächlich eher ein Amt, das gar nicht so gerne besetzt wird.

01:14:13: Weil ... Ich glaube, weil die eh schon so viel mit Bestimmungsrecht haben.

01:14:18: Die SV in der Mittelstufe hat mal durchgesetzt, dass die Mentorenzeit um ne Viertelstunde gekürzt wird, weil denen das zu lang war, weil sie ja schon erfahren sind, dass sie klein mehr Zeit brauchen und die größeren ja aber vielleicht nicht mehr soviel ... Genau.

01:14:36: Schön!

01:14:36: Aber es ist auch wichtig, da haben wir eine Selbstwirksamkeit.

01:14:39: Wie geht's dir jetzt, Claudia?

01:14:41: Voll gut!

01:14:42: Schön.

01:14:42: Das war viel weniger aufregend, als ... Ich bin im Ende November veranstaltet der Bundesverband der Freien Alternativschulen und Waldorf und Unipotsdam

01:14:56: usw.,

01:14:56: einen Abend mit John Hattie.

01:14:59: Oh, geil!

01:15:00: Und ich bin Teilnehmerin einer Diskussionsrunde in einem kleineren Rahmen vorab und vertrete den Bundesverban- Da hab' ich richtig Fomo!

01:15:10: Das ist wirklich ... Also mit John Hattie zu diskutieren.

01:15:16: Das ist ja mega cool, aber auch wirklich

01:15:18: aufregend!

01:15:19: Das finde ich wirklich

01:15:21: krass.

01:15:22: Aber genau da geht es ja auch ein bisschen darum wie ... Naja letztlich machen wir fast alles was Hatties von

01:15:30: der G-Show.

01:15:31: Als du geredet hast vom Klassenarbeiten die Kinder im Verlauf selber setzen, das ist doch genau das?

01:15:37: Wie nennt er das?

01:15:38: Wird ja ne X-O Begriff für ... Immer wieder im Lernprozess überprüfen statt zu revirieren.

01:15:45: Ja, ja.

01:15:48: Gleich wenn ich trinke Pötzmann.

01:15:51: Formative Assessment.

01:15:52: Formatives Assessment.

01:15:56: Genau und auch dieses Feedback.

01:15:58: Also der Sinn von nachhaltigem Feedback also nicht nur... Das war gut, das war schlecht.

01:16:05: Sondern was ist dein Ziel und wie kommst du dahin mit dem, was du schon mitbringst?

01:16:10: Wo man muss zu arbeiten ...

01:16:11: Claudia!

01:16:12: Hast du noch irgendeine Sache, die wir vergessen haben oder die du Leckkräft mit auf den Weg geben willst?

01:16:17: Traut euch.

01:16:19: Traut uns zum Brauchen.

01:16:24: Sehr schön.

01:16:24: Danke schön.

01:16:25: Sehr

01:16:25: gerne.

01:16:26: Hat richtig Spaß gemacht mir auch.

01:16:29: Wir sehen uns wieder beim nächsten Podcast.

01:16:31: Lasst euch überraschen, wer unser Interview-Gast is'.

01:16:34: Tschüss!

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