#18: KIPPPUNKT – Prof. Klaus Hurrelmann über die große Stunde der Pädagogik
Shownotes
Was, wenn ein Drittel deiner Klasse das Gefühl hat, das eigene Leben aus eigener Kraft nicht mehr stemmen zu können? Und was, wenn genau das nicht das Ende, sondern der Anfang von etwas Großem für unseren Beruf ist?
In dieser Folge dürfen Alex und Tobi einen Mann begrüßen, der seit über vier Jahrzehnten den Puls der jungen Generation fühlt: Prof. Dr. Klaus Hurrelmann – Senior Professor an der Hertie School Berlin, Mitautor der Shell-Jugendstudien und der Trendstudie „Jugend in Deutschland", Entwickler von Lions Quest und Autor zahlreicher Bücher, zuletzt „Sozialisation in einer Welt voller Unsicherheiten".
Was als nüchterne Bestandsaufnahme beginnt, entwickelt sich schnell zu einem leidenschaftlichen Plädoyer für Pädagogik und für unseren Beruf.
🎯 Themen dieser Folge:
🚨 Der Kipppunkt – Warum sich heute geschätzt 30 % der Jugendlichen mit ihren Entwicklungsaufgaben überfordert fühlen und ab wann es kritisch wird
💡 Die große Stunde der Pädagogik – Warum Therapie nicht die Antwort sein kann und Schule jetzt Verantwortung übernehmen muss
🔄 Die neue Lehrer:innenrolle – Vom Wissensvermittler zum Lernbegleiter und Coach (ohne dabei die Fachlichkeit zu verlieren)
⏰ Pünktlichkeit als pädagogische Haltung – Warum diese „banale" Sache eine der mächtigsten symbolischen Gesten überhaupt ist
🧱 Fehlerkultur & Krisenkompetenz – Warum Eltern, die Steine aus dem Weg räumen, einen Riesenfehler machen
👦 Krise der Männlichkeit im Klassenzimmer – Wieso Jungs leistungsmäßig abfallen und Donald Trump für die Pädagogik ein Desaster ist
🏫 Hurrelmanns Utopie – Warum jede:r Schüler:in ein Abschlusszeugnis bekommen sollte – und was das mit der Schule machen würde
Ein Gespräch auf Augenhöhe zwischen Forschung und Klassenzimmer-Realität, das Mut macht, ehrlich ist und am Ende klar macht: Vielleicht ist unser Beruf nicht der beste Job der Welt – aber ganz sicher der wichtigste.
📚 Buchtipp: Klaus Hurrelmann – „Sozialisation in einer Welt voller Unsicherheiten"
Transkript anzeigen
00:00:02: Und
00:00:23: wenn man mal so alles zusammenrechnet, würde ich schätzen.
00:00:26: Das ist etwa ein Drittel der Schülerinnen und Schüler sind die heute dieses innere Gefühl haben.
00:00:31: Ich bin überfordert.
00:00:33: Der Anteil der jungen Leute Heute so hoch wie noch nie.
00:00:37: Wir müssen es erst fünfzig Prozent werden statt heute, wir haben mir geschätzt dreißig.
00:00:45: Wenn du das alles so siehst die Überforderung diese ganzen Krisen auch den Reformstau im Bildungssystem an Schulen und so weiter würdest du eigentlich empfehlen heute Lehrer zu werden?
00:00:56: Ja, gerade aus diesem Grund würde ich das sehr empfehlen.
00:00:58: Denn das ist nun ja der Ruf nach Pädagogik.
00:01:04: Also einen lauteren können wir gar nicht hören.
00:01:08: Eltern versuchen ihren Kindern alle Steine aus dem Weg zu räumen, damit sie bloß nicht stolpern machen.
00:01:14: Einen riesen Fehler heute!
00:01:15: Das ist genau das Falsche.
00:01:18: Möglichst sollte man noch Steine hinwerfen, damit die Menschen lernen wie man über Steine stolpert.
00:01:26: Ich muss als Lehrkraft in der Lage sein, so zu coachen dass meine Schülerinnen und Schüler sich untereinander anregen.
00:01:36: Und untereinander Hilfen und Unterstützungen geben.
00:01:39: das entlastet meinen Job unbeheuer.
00:01:42: auch hier wird nochmal deutlich ich rutsche in die Rolle eines Koordinators von Beziehungen dann in meiner Lerngruppe.
00:01:49: heute sind die jungen Leute nicht ausreichend vorbereitet auf eine Bewältigung von Krisen, auf ein Leben in Unsicherheit.
00:01:59: Wie können wir sie darauf vorbereiten?
00:02:06: Und damit ein großes Hallo zu einer neuen Folge unseres wunderbaren Lehrer-Podcasts.
00:02:11: für alle die sich fragen wie man Schule so gestaltet dass sie Heranwachsene bestmöglich auf das Leben vorbereitet!
00:02:18: Unser heutiger Gast prägt seit Jahrzehnten genau diese Diskussion intensiv mit Bevor wir uns unserem Gast widmen.
00:02:25: aber erstmal Moin Alex
00:02:27: Moin, hi Tobi.
00:02:29: Ja Alex wenn in Deutschland über Jugendkrisen und Generationenkonflikte gesprochen wird wird seit Jahrzehnten ein Mann zitiert nämlich Professor Klaus Horlmann Senior Professor an der Hirties School in Berlin mit Autor der Shell-Jugendstudion Co-Autor der Trendstudie Jugend in Deutschland Entwickler von LionsQuest dem führenden Präventionsprogramm an deutschen Schulen Und Autor von Büchern wie Generation Gereta.
00:02:58: In seinem neuesten Buch, Sozialisation in einer Welt voller Unsicherheiten stellt er fest das Schule sich verändern muss um veränderten Rahmenbedingungen der Sozialisation gerecht zu werden.
00:03:11: Er schreibt Zitat die große Mehrzahl der Schulen in Deutschland ist weit davon entfernt.
00:03:16: nur wenn sie sich umfassenden Reform unterziehen wird die Institution Schule ihrer Rolle als Instanz der Sozialisation in einer Welt voll Unsicherheiten gerecht.
00:03:26: Und weiter führte aus, dass geschätzt gerade mal zehn bis fünfzehn Prozent aller Schulen dies wirklich ernsthaft reformiert hätten.
00:03:33: Der Rest arbeitete seit Jahrzehnten mit unveränderten pädagogischen Ansätzen.
00:03:37: Darüber müssen wir reden!
00:03:39: Klaus Hohelmann herzlich willkommen Hallo
00:03:41: Ja schönen guten Tag.
00:03:42: Danke für die Einladung.
00:03:43: Klaus.
00:03:43: du sitzt seit über vierzig Jahren mit Jugendlichen in Räumen und hörst ihn zu.
00:03:48: Erinnerst Du Dich?
00:03:49: an einen letzten Satz von jungen Menschen, die dich wirklich stutzig gemacht haben?
00:03:56: Nun was ich ganz viel höre ist die Suche nach einer Orientierung auch vonseiten des Wissenschaftlers.
00:04:07: Das ist für mich immer eine ganz tolle Erfahrung.
00:04:11: also Lärmbücher, auch jetzt etwas fachlicher Ausgerichteter als die du gerade erwähnt hast die eine Übersicht geben über Entwicklungsprobleme in der Lebensphase Kindheit, Entwicklungs- probleme in einer Lebensphase Jugend junges erwachsenden Alter.
00:04:34: Ideen... Ursachenerleutungen, wie kommt das?
00:04:38: Was passiert damit?
00:04:39: Körper und Psycho?
00:04:40: Und wie gehe ich mit meiner Umwelt um.
00:04:42: Und welche Schwierigkeiten habe ich?
00:04:45: Wie kann mich in solch einer Situation souverän und mit Freude am Leben bewegen?
00:04:53: Das findet eine große Aufmerksamkeit.
00:04:56: Dann kriege ich direkte Mails von Schülerinnen und Schülern die ... mich fragen.
00:05:03: Wie haben Sie das gemeint?
00:05:04: Und können Sie uns noch mal erklären, wir haben in einer Prüfung auch in Kürze dieses Thema und das haben wir noch nicht ganz verstanden.
00:05:12: Bitte noch einmal eine Erläuterung!
00:05:15: Also auf die Frage würde ich sagen am meisten freut mich immer wenn die Schülerinnen und Schüler sich direkt mit ihrer Situation auseinandersetzen und mir dann als einem eigentlich Arbeit entfernt arbeiten den Forscher sagen Können sie mir Erklären, denn ich habe den Eindruck da kann nicht was von Profitieren.
00:05:33: Also das finde ich ein besonderes Bestätigen der
00:05:37: Rückmeldung.".
00:05:38: Wie schön!
00:05:39: Wobei du ja auch schreibst dass Jugendliche zunehmend Herausforderungen ausgesetzt sind.
00:05:45: ne?
00:05:46: Ich meine im Buch ist es das Wort KIP-Punkt, das du verwendest dem Moment an dem Jugendliche vor zwischen kreativer Energie und über Forderungen stehen.
00:05:57: Wiener würdest du sagen sind wir Wenn wir uns die Generation heute anschauen, an diesem Kipppunkt und woran machst du das fest?
00:06:06: Ja es ist tatsächlich so, dass alle Studien, die wir in den letzten Jahren gemacht haben doch eine sehr ungemütliche Tendenz haben.
00:06:18: Die Zahl der Anteil der jungen Leute im Schulalter der sich durch die Lebensbedingungen überfordert fühlt und das Gefühl hat aus eigener Kraft kann ich das vielleicht gar nicht schaffen.
00:06:32: Ich brauche professionelle Hilfe, dieser Anteil ist erwachsen.
00:06:36: zum Beispiel letzte Trendstudie Jugend in Deutschland da sagen doch tatsächlich inzwischen über zwanzig Prozent ich bräuchte eigentlich eine therapeutische Behandlung im psychologischer psychotherapeutischer Form.
00:06:52: Das ist ungewöhnlich, das hatten wir in dieser Form so nie!
00:06:56: Das deutet damals, finden wir es junge Leute heute das Gefühl haben die Lebenswelt ist für sie schwer kalkulierbar.
00:07:03: seit der Corona-Pandemie beobachten wir dass ich lebe in einer Welt in der nicht alle Parameter alle Steuerungshebel in der Hand habe, um mich selbst dann durchzulavieren.
00:07:18: Da sind Kräfte am Werk die irritieren mich.
00:07:20: ich werde gesteuert und manipuliert gerade auch in der digitalen Welt.
00:07:25: ihr heute so eine große Rolle spielt und verliere meine eigene Kraft mich zu steuern und das macht mich psychisch labil bis krank.
00:07:36: dieser Anteil ist heute sehr hoch.
00:07:40: Wenn man so alles zusammenregnet, muss ich schätzen.
00:07:44: Das ist etwa ein Drittel der Schülerinnen und Schüler
00:07:47: sind.".
00:07:48: die heute dieses innere Gefühl haben, ich bin überfordert.
00:07:51: Ich komme mit den verschiedensten Anforderungen in all meinen Lebensbereichen Leistung und Qualifikationen und Beziehungen gestalten Und Kontakte aufbauen und mit den Medien umgehen und mit Freizeitangeboten umgehen Mit Geld- und Wirtschaft umgehen Und mich sozial und politisch engagieren Das was sich Entwicklungsaufgaben nenne.
00:08:16: Ich komme nicht zurecht.
00:08:19: Der Anteil der jungen Leute ist heute so hoch, ich sage mal etwas kühnend wie noch nie und das ist natürlich ein Alarmzeichen!
00:08:28: Und die große Frage ist jetzt... müssen es erst fünfzig Prozent werden.
00:08:32: Statt heute, wir haben mir geschätzt dreißig der jungen Leute die das Gefühl haben dann wären wir in der Tat an einem Kipppunkt denn dann würde bei der Mehrzahl der junge Generationen noch das Gefühl überwegen ich kann es nicht aus eigener Kraft schaffen mein Leben zu gestalten.
00:08:51: Wir stehen noch vor dem kipppunkt.
00:08:55: Wenn die Zahlen aber weiter steigen und im Moment haben wir so eine Tendenz leider, Nachrichten, die die jungen Leute täglich erreichen sind nicht dazu geeignet.
00:09:07: dass auf absehbare Zeit erst mal zu beruhigen, da müssen wir uns Sorge und Gedanken machen.
00:09:12: Und das ist die große Stunde natürlich auch gerade von pädagogischer Arbeit.
00:09:17: Wir können nicht dreißig Prozent eines Jahrgangs in Therapie schicken.
00:09:22: Das ist die ganz große Herausforderung für ... Ansätze, die sich nicht auf Einzelpersonen richten wie dass die Therapie leider meist nur tut und deswegen auch gar nicht vorwärts kommt.
00:09:35: Sondern wir brauchen Ansätze die sich auf Gruppen, auf Menschen, auf Schulklassen zum Beispiel auf sonstige Vereinigungen beziehen ein größeres Kollektiv von jungen Leuten ansprechen können.
00:09:51: Und das ist die große Stunde der Pädagogie und die Herausforderung für die Schule, und auch eine ganz große Chance hier jetzt Verantwortung zu übernehmen.
00:10:01: Ja, genau.
00:10:02: Vor allen Dingen wir müssen mal sehen Tobi ich weiß nicht wie es dir so geht aber wenn wir im Lehrerzimmer stehen Wie kriegen das ja mit?
00:10:09: Wir unterhalten uns ja in der Lehrerschaft ja auch darüber dass wir das Gefühl haben und es kommt man das Gespräch auf du glaubst Du nicht auch irgendwie die sind immer lethargischer sie wirken verzweifelter In sich gekehrter usw.
00:10:23: Und von daher klaus mal ganz direkt gefragt, wenn du das alles so siehst die Überforderung diese ganzen Krisen auch den Reformstau im Bildungssystem an Schulen und so weiter.
00:10:35: Würdest Du eigentlich empfehlen heute Lehrer zu werden?
00:10:39: Ja gerade aus diesem Grund würde ich das sehr empfehle denn das ist nun ja im Grunde der Ruf nach Pädagogik, also einen lauteren können wir gar nicht hören.
00:10:53: Es ist undenkbar dass wir Belastungen der Art wie diese jetzt heute beobachten die wir noch genauer betrachten müssen.
00:11:01: das wird die mit Therapie behandeln kann nicht die Antwort sein.
00:11:08: Das gibt gar nicht die Möglichkeiten und gar keine Kapazitäten.
00:11:11: Nein, das sind Probleme bei der Gestaltung des eigenen Lebens, die im Alltag verankert sind.
00:11:18: Junge Leute haben das Gefühl dass sie die Balance zwischen Körper- und Psychen nicht richtig hinbekommen überfordert sind durch Anforderungen, ganz alltäglichen Leben ergeben bei der Gestaltung ihres Alltags.
00:11:40: Und sie damals zu unterstützen, das ist das Gebot der Stunde!
00:11:45: Das tun Eltern nach besten Wissen und Gewissen aber ganz offensichtlich kommen sie sehr schnell an ihre Grenzen.
00:11:52: die Familienkonstellation haben sich ja auch deutlich verändert.
00:11:56: viele Eltern sind heute lange nicht mehr so viel Zuhause Sondern oft sind beide Elternteile berufstätig.
00:12:05: Viele Familien bestehen auch nicht aus zwei Elternteilen, sondern haben nur einen Elterenteil.
00:12:10: Das sind schon mindestens zwanzig Prozent der... Familienhaushalte im Bundesdurchschnitt.
00:12:17: Also da hat sich an der Familie viel verändert, sodass die pädagogische Leistung, die die Familie heute immer noch bringt als wichtigster sozialer Heimathafen von dem ich eigentlich in die Welt starte als junger Mann und als junge Frau Die Familien sind wirklich am arbeiten und am machen.
00:12:36: aber sie schaffen es nicht mehr.
00:12:37: und deswegen kommt der öffentlichen Unterstützung der ökendlichen pädagogischen Arbeit in den Kitas und in den Grundschulen, in den weiterführenden Schulen.
00:12:48: Heute eine ganz entscheidende Rollezone haben wir schon gleich einen ganz klaren Punkt.
00:12:53: Lehrer sein heute heißt nicht mehr nur fachlich zu unterrichten oder wenn ich es übersetze in meine Konzeption aus der Sozialisations- und Bildungstheorie die Entwicklungsaufgabe bilden und qualifizieren.
00:13:08: sie darf nicht Lehrkräfte den Schülerinnen und Schülern helfen, sondern ganz klar sind es auch alle anderen Herausforderungen die ich schon genannt habe.
00:13:22: sozialer Mensch zu sein, ein Beziehungsmensch zu seinen Kontakte auszubinden und herzustellen.
00:13:31: Es sind mich im sozialen Bereich bewegen aber auch im ganz privaten Bereich eine persönliche Entwicklung zu machen, fähig zu sein für eine Beziehung mit Konsumangeboten, mit Medienangebotem umgehen zu können, mich zu entspannen, mit Geld umgehen und so weiter.
00:13:51: und so weiter.
00:13:52: politisch, sozial engagiert zu sein.
00:13:54: Das gehört alles mit in die Schule hinein.
00:13:57: Die Schule erweitert deswegen ihr Aufgabenfeld, nimmt viele der Aufgaben wahr heute, die wir eigentlich gerade in Deutschland immer für typisch familiäre Aufgaben gehalten haben, die Familie erzielt, die Schule bildet gibt es ja so diesen alten Spruch.
00:14:14: das ist in dieser Form nie richtig gewesen und heute ist es richtig falsch.
00:14:19: Die Schule ist eine Institution, in der erzogen und gebildet wird.
00:14:24: Die Schule umfasst heute alle Entwicklungsaufgaben und das ist natürlich eine fantastische Tätigkeit.
00:14:30: Das heißt ich bin ein geschulter Pädagoge, eine geschulte Pädagogin die genau diese Rolle ausfüllt junge Menschen lebensdüchtig zu machen ihnen so zeigen wie man natürlich Diese Welt versteht und intellektuell mit ihr zurechtkommt, aber auch die... die emotionale Seite und die soziale Umgangsform, und ganz persönliche Kompetenzen.
00:14:55: Und Medienkompetenz und Gesundheitskompetenz unterdleich sind vermittelt eine fantastische Aufgabe, die wirklich Freude macht.
00:15:05: Und als merken du hast gesagt es gibt Schulen, die das schaffen schon heute unter sehr schwierigen Bedingungen zu gucken wie sie das machen ist schön.
00:15:15: Da kann man erkennen was für eine Belohnung das dann ist.
00:15:18: große Resonanz auch kommt von der Schülerschaft, von der Elternschaft.
00:15:26: Wie die das würdigen, wie sie das unterstützen und welche Resonanzen dann solche Schulen haben?
00:15:31: Das ist alles ermutigend.
00:15:34: also ja pädagogische Arbeit und Lehrer sein heute finde ich ist herausfordernd wie noch nie kann man glaube ich so sagen.
00:15:44: aber gleichzeitig ist es auch eine so bedeutsame Aufgabe, wie wir sie wahrscheinlich noch nie so hatten.
00:15:52: Du holst Alex und mich gerade total ab Klaus?
00:15:55: Und wir haben ein bisschen gelächelt gerade zwischendurch weil das was du ausgeführt hast inhaltlich ist etwas dass spiegeln uns jene Lehrkräfte auch in den Gesprächen hier die wir mit dem zum Beispiel Trägern des Lehrkräftepreises führen und die heben genau das immer wieder vor.
00:16:10: ich denke Alex an das Gespräch von gestern was wir hatten.
00:16:13: Ein Informatik- und Mathematiklehrer, der sagt ja Fachlichkeit als solide Grundlage ist unabdingbar.
00:16:20: Und ganz wichtig natürlich sind wir Fachlehrern aber das was darüber hinaus stattfindet in denen ich glaube er hat den Begriff Zwischenräume verwendet.
00:16:28: In den Zwischenräumen.
00:16:29: Das ist das was wirklich trägt und was ein weiter bringt.
00:16:32: Und es war Alex ne?
00:16:33: Das zieht sich durch unsere Gespräche durch!
00:16:36: Und Tobi hier sind wir wieder bei dem Satz was du immer sagst B Ziehung steht vor Erziehung und wird quasi als Grundlage heute betrachtet, ist es dann auch Klaus dieses aufrichtige Interesse erstmal am Kind diese Grundhaltung wo wir später noch drauf zu sprechen kommen werden der im Prinzip so die Basis ist.
00:16:55: Und nicht mehr ich bin jetzt der rein fachkompetente Lehrer und will deshalb unbedingt Lehrer sein sondern derjenige der einfach erst mal dieses auf richtige Interesse an den Kindern hat?
00:17:06: Ist das die Grundvoraussetzung?
00:17:07: Das ist die Grundvoraussetzung.
00:17:09: Und zwar nicht nur in der Grundschule und nicht nur im Kindergarten, den man das erst denkt sondern auch noch in der Weiterführungsschule, in den höheren Jahrgängen.
00:17:20: Du sprichst damit einen Punkt an der Parallel zu dem was wir eben diskutiert haben bereits abläuft Die Veränderung der Rolle der Lehrkraft.
00:17:33: Natürlich muss ich fachlich gut drauf sein heute, aber die Fachlichkeit ändert sich so schnell im digitalen Zeitalter.
00:17:43: Dass ich selbst als Fachmann große Mühe habe mitzuhalten mit der neuesten mathematischen, physikalischen oder auch sociologischen gesellschaftlichen historischen Forschung – das ist fast ein Ding der Unmöglichkeit!
00:17:58: dabei ab drauf angewiesen, dass ich mich selbstständig fortbilde.
00:18:02: Ich bin nie der fertige Fachexperte und das gibt natürlich schon zu denken und macht schon deutlich die Tätigkeit der Lehrkraft auf die fachliche Ebene zu beschränken würde heute schnell zu einer Schwächung der Rolle.
00:18:20: Das gibt gar nicht mehr.
00:18:22: Zumal die Schülerinnen und Schüler über digitale Kanäle Zugang selbst zu fast allen fachlichen Quellen haben, die ich mir davor als Lehrkraft nur mit großer Kunde erschließen konnte.
00:18:34: Nein!
00:18:36: Neben der Fachlichkeit spielt ... sagen wir mal, die Beziehungsfähigkeit, die Menschlichkeit eine so große Rolle.
00:18:44: Und das bedeutet, dass die Lehrwolle grundsätzlich verschiebt sich von der Vermittlung von Fachlichkeit und dem Training in Fachlichkeit – es bleibt erhalten, verliert aber an Gewicht hin zu der Rolle ein Bedeuter, ein Lernbedeuter.
00:19:07: Ein Coach zu sein, der die ganze Persönlichkeit eines meist ja jüngeren Menschen umfasst und ihn stark machen möchte.
00:19:20: Und dabei ist das Faktliche – die intellektuelle, die kognitive Fähigkeit durchaus im Zentrum Aber sie steht nicht mehr alleine, sondern sie ist eingebettet in die Industrie nehmen und in die Unterstützung, in die Stimulation eines jungen Menschen.
00:19:41: eine eigenwillige starke Persönlichkeit zu sein, die aber gleichzeitig sozial integrationsfähig ist und die Fähigkeit auch hat.
00:19:53: Die soziale Gemeinschaft mitzubeinflussen ein politischer Mensch in diesem Sinne zu sein.
00:19:58: Das alles gehört heute zur Lehrerrolle und deswegen ist die Lehrerrolle auch so spannend.
00:20:04: Es wird immer darauf geschaut dass die Lehrerroller so anstrengend geworden ist.
00:20:08: Viele leiden ja auch unter den riesigen Anforderungen der Lehrer-Auberlemmen, ich glaube es erreichen immer noch nur broch siebzig Prozent oder so das tatsächlich die tatsächliche Altersgrenze.
00:20:22: viele steigen vorher aus und da machen wir.
00:20:25: aber Das liegt aber nicht an der Veränderung der Lehrerrolle, sondern daran, dass wir viel zu wenig investieren in die Fortbildung.
00:20:33: In die Bidleitung.
00:20:35: In eine professionelle Supervision.
00:20:37: Das gehört zu solcher einer Lehrerrolle unbedingt dazu und das wird zu wenig getan.
00:20:44: Nein!
00:20:44: Die Lehrerrolle ist eine so reiche heute geworden und eine so intensive und umfassende.
00:20:55: Das ist wirklich ein fantastischer Beruf, der aber ständige Arbeit.
00:21:01: auch dann an mir selbst als Lehrkraft verlangt.
00:21:05: Ich muss mich immer wieder auf der Höhe der fachlichen Entwicklung halten und muss ein Verständnis davon haben, welche anderen Entbeklungsaufgaben meine Clientail hat und wie ich damit umgehen kann wo ich mir auch Hilfe holen kann.
00:21:19: und Unterstützung holen können durch Fachleute die hoffentlich in einem modernen Kollegium da sind gehört mit dazu.
00:21:26: Lehrerrolle ist heute eingebettet in die Rolle von vielen anderen professionell ausgebildeten Kräften, aus der Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Psychologie und und und Pflegemedizin hoffentlich auch die mit in dem schulischen Kontext vorhanden sind.
00:21:46: Klaus ich kann mir vorstellen dass jetzt einige Lehrkräfte zuhören die sagen Ich bin noch jetzt schon am Ende mit meinen Kräften und wenn das jetzt auch noch dazu kommt, noch die erweiterte Fortbildung, die ich machen muss.
00:21:58: Meine Fähigkeiten erweitern... Die Lehrerrolle, die sich wandelt hin zum Coach und zum Lernbegleiter?
00:22:03: Das kann ich nicht!
00:22:04: Da bin ich überfordert.
00:22:05: Was rettest du solchen
00:22:06: Lehrkräften?!
00:22:07: Wie könnte man vielleicht seine... da eine Perspektive ändern oder nochmal neue Energie in sich selbst entdecken?
00:22:18: Sie wissen alle, dass diese erweiterte Lehrerrolle in der Erstausbildung nicht gut berücksichtigt wird.
00:22:29: Da hinken wir hinterher.
00:22:31: die Erstausbildung ist sehr behäbig.
00:22:36: sie unterstützt ganz überwiegend die traditionelle Lehrerrolle des Lehrers und der Lehrerin als Wissensvermittler fachkompetente Persönlichkeit und lässt die ganzen anderen Komponenten ziemlich außen vor.
00:22:55: Die haben keine gute dauerhafte Absicherung in der universitären Ausbildung, ein altes Problem.
00:23:02: Ich bin ja jahrzehntelang in der Lehrerausbildung tätig gewesen und habe es von innen gesehen.
00:23:08: ist nicht zufriedenstellend wie wir das machen dass ich dann Ein Fachmann in der Regel in zwei Unterrichtsfächern, den mit denen zusammenstudiere die Mathematik als Hauptberuf machen oder Physik oder Geschichte.
00:23:29: Und ich will aber Lehrer sein und will einen ganz anderen Zugang zu dem Fach haben – das wird alles nicht berücksichtigt!
00:23:36: Das ist nicht zufriedenstellt.
00:23:37: also brauchen wir eine Grundausbildung in der Universität, die sich schon verändert.
00:23:43: Und dann aber das wäre der Hauptantwort auf die Frage und dann brauchen wir ein Learning by Doing also während der ersten beruflichen Jahre eine ständige... ständiges Angebot von Fortbildung, von Coaching, von Supervision.
00:24:00: Viel flexibler als heute das im Lehrerkollegium man sich gegenseitig besucht und unterstützt dass Fachleute von außen kommen oder aus dem multidisziplinären Kranz den wir ja heute glücklicherweise auch schon an vielen Schulen haben.
00:24:17: die Psychologin kommt unter Sozialarbeiter und die Plägekraft.
00:24:22: Und sie schauen mit rein in den Unterricht, und sie beteiligen sich und geben Rückmeldungen, dass also eine Teamarbeit entsteht und deutlich macht was an Anforderungen gegeben ist nicht zu unterschätzen.
00:24:36: Die Schülerinnen und Schüler sind heute natürlich auch anders.
00:24:38: Sie sind ja viel breiter informiert und orientiert durch ihre eigene Aktivitätigkeit auch im digitalen Bereich.
00:24:50: Die können an ganz vielen solchen Aktivitäten beteiligen, die sind ganz wertvolle Rhythmel.
00:24:55: Sie können sehr genau einschätzen Wohn- noch Leistungen und Angebote durch eine Lehrkraft möglich sind, welche Grenzen da sind, wie die Grenzen überschritten werden können.
00:25:09: Also die Schülerinnen und Schüler aktiv zu Beteiligten ist wichtig.
00:25:12: Die Schülerin und Schüler auch als Tutorenbeteiligend ein ganz... Das ist ein ganz wichtiges Feld heute.
00:25:20: Ich muss als Lehrkraft in der Lage sein, so zu coachen dass meine Schülerinnen und Schüler sich untereinander anregen und untereinander Hilfen und Unterstützungen geben.
00:25:33: das entlastet meinen Job unbeheuer.
00:25:36: auch hier wird noch mal deutlich ich rutsche in die Rolle eines Koordinators von Beziehungen dann in meiner Lerngruppe die hoffentlich nicht immer nur eine stoere Schulklasse nach Jahrgangseinteilung ist, alle solche Dinge spielen eine Rolle.
00:25:51: Und das macht am Ende dann den Lehrerbogen nicht schwieriger sondern anders als heute und macht ihn aber auch wirkungsvoller, als wäre das vielleicht mit der ganz traditionellen Ausrichtung uns vorstellen
00:26:06: konnten.".
00:26:09: Kurze Unterbrechung an dieser Stelle, liebe Zuhörer.
00:26:12: Denn was wir gerade hier mit Professor Hohehlmann besprechen ist genau die Art von Gespräch, den wir uns ja mit diesem Podcast vorgenommen haben.
00:26:19: Ehrlich tief und mit Menschen, die wirklich etwas zu sagen haben!
00:26:23: Wenn euch das gefällt dann helft uns doch mit zwei kleinen Gesten.
00:26:27: Abonniert den Podcast wo auch immer ihr uns hört denn das kostet nur ein paar Sekunden und sorgt dafür dass du keine Folge verpasst und wir häufiger empfohlen werden.
00:26:35: Und noch wichtiger – Empfehlt uns weiter An eine Kollegin, an einen Kollegen in eure Fachschaft im Fachseminar.
00:26:42: gerade Gespräch wie diese hier gehören ja in möglichst viele Klassenzimmer dieser Republik.
00:26:47: Danke an euch.
00:26:48: und jetzt zurück zu Professor Horlmann!
00:26:50: Und ja der Frage nach dem Wie?
00:26:53: Du sagtest Klaus man muss sich bereit erklären das Lehrkraft sich auch zu verändern zu wachsen mitzuhalten.
00:26:59: da schwingt bei mir als Lehrer gleich ein Momentum mit was ich in vielen Lehrerzimmern wahrnehme nämlich ein sehr rigides Fehlerkonzept und die Angst davor, Dinge falsch zu machen.
00:27:11: Perfekt sein zu wollen und einen ja heute nicht mehr adäquaten Anspruch an die Lehrerrolle auf alles eine Antwort wissen zu müssen.
00:27:21: Das klingt für mich so als würde Die Haltung von Lehrkräften schon einschlüsselt sein wie man das verändern könnte.
00:27:30: und Haltungsveränderung ich war letztens bei einer Bekannten hat gesagt Haltung kann man nicht verordnen.
00:27:36: Das klingt nach einem sehr schwierig und herausfordernden Change-Prozess.
00:27:41: So ist das ja!
00:27:42: Ich arbeite ja gerne mit dem Bild, der Metapher, der produktiven Verarbeitung der inneren und äußeren Realität – das klingt erst sehr abstraktes aber ganz konkret es bedeutet jetzt mal pädagogisch übersetzt ich bin als Mensch in jeder meiner Entwicklungsphasen, jemand der sich intensiv in meiner inneren Realität mit einer körperlichen Entwicklung, die sich herständig verändert.
00:28:14: Manchmal sehr schnell, manchmal eher langsam und mit meiner psychischen Entwicklung oder das gleiche gilt bin ich ständig beschäftigt.
00:28:21: Ich muss immer eine Balance zwischen diesen beiden Bereichen herstellen Und es kann ganz schön schwer sein diese psychosomatische Übereinstimmung herzustellen.
00:28:31: Das muss ich aber in der sozialen Umweltschaft, in der ich lebe und in der physischen, in den dinglichen ökologischen Umwelt auch in der Ich lebe.
00:28:42: Und bin ständig dabei an mir zu arbeiten und mit mir zu mich intensiv mit mir selbst auseinanderzusetzen.
00:28:52: Das ist also ein innerer Arbeitsprozess, Persönlichkeitsentwicklung ist Arbeit nicht immer bewusst aber unbewusst passiert das ständig und hier brauche ich dann natürlich tolle Anregungen von außen und auch die richtigen Anregung von außend um die entsprechenden Impulse auf die Reihe zu bekommen.
00:29:14: und ja da hier entscheidet sich jetzt Ob ich es schaffe, auf diesem Wege meine eigene Persönlichkeit zu stabilisieren?
00:29:28: Wenn ich es Schaffe mit meinen Anforderungen, die ich mir selbst setze.
00:29:32: Wo ich aber auch spüre dass hier aus der Umwelt an mich herangetragen werden, zurechtzukommen... Dann bin ich Stabilität, dann weiß ich wer ich bin und da entwickle ich eine eigene Identität.
00:29:45: Und kann einen eigenen Weg gehen und habe ein Gefühl davon, wer ich denn bin?
00:29:50: Welche Stärken Ich habe, welche Schwächen ich habe dieses Selbstbewusstsein zu haben was ich kann, was sich nicht kann eine realistische Einschätzung meiner Fähigkeiten zu haben.
00:29:58: Das ist heute das A und O der pädagogischen Arbeit.
00:30:04: Und damit unterstützt zu werden von einem fachkundigen Lehrer oder einer fachkunnigen Lehrerin, jetzt fach kundig in dem breiten Sennöwes diskutiert haben.
00:30:12: Ja das wär's und das können wir schaffen.
00:30:17: Vielleicht ist ja auch so ein Podcast kommt mir gerade als Gedanke.
00:30:21: Alex vielleicht ist auch so einen Podcast als Medium des kollegialen Austauschs durchaus auch ein Baustein um vielleicht kleine Impulse zu setzen und Energie zu geben.
00:30:32: Ja, ich denke auch dass wir erreichen wollen das sich Kolleginnen und Kollegen durch uns verstanden fühlen.
00:30:39: Und irgendwo auch abgeholt fühlen in ihren täglichen Ängsten Sorgen aber auch wieder im Verbreiten von Zuversicht.
00:30:47: Wir haben ja schon häufig darüber gesprochen.
00:30:49: Tobias Ich habe das jetzt neulich an der Universität hier in Dortmund erlebt, ich hab Studierende befragt die gerade neu sind und Lehrer werden wollen.
00:30:58: Und Tobi du erinnert sich daran?
00:31:00: Ich habe zu dir noch gesagt sie strahlen so eine... Ach, ohne das Negativ zu meinen.
00:31:05: So eine naive positive Zuversicht aus wie ich sie auch hatte als ich begonnen habe zu studieren.
00:31:13: Ich möchte für ne bessere Welt sorgen.
00:31:15: Ich will die Jugend voran bringen und dass es meine Intuition oder meine Wille warum ich Lehrer werden will.
00:31:22: Und jetzt im System passiert ja eigentlich folgendes wir haben durch das Referentariat, durch das Studium was wo die Studierenden immer noch mir mitgeteilt haben.
00:31:30: Es hat zu wenig Praxisanteile, manche hören deswegen auf und im Referneriat – ich habe es selber erlebt – lässt du von dieser Grundhaltung ab und weißt gar nicht mehr wann du ein guter Lehrer bist wenn du jetzt dem Fachsiminaleiter, dem Hauptsiminalleiter recht machst und all deine fachlichen Lernziele erreichst.
00:31:51: Und jetzt starten wir so in das System kommen als Lehrer an unserer Schule an und vergessen unsere Grundhaltung, wieso wir mal Lehrer geworden sind.
00:32:00: Und ich glaube an der Stelle Klaus ist es glaube ich wichtig dass man mal wieder Inspiration von außen bekommt so wie wir's ja auch hier im Podcast machen wollen.
00:32:09: warum treten wir eigentlich täglich im Klassenraum an und in der Schule?
00:32:12: Warum sind wir eigentlich da?
00:32:14: braucht es dann also Inspiration und Ermutigung für einen Kollegium vielleicht mal wieder gemeinsamen Blick Zu wagen mit einer Vision.
00:32:26: Warum sind wir eigentlich in Schule?
00:32:28: Das finde ich sehr wichtig, dass das in einem Politikium regelmäßig bei eine geeignete Form gemacht wird, wo man sich mal zurückzieht oder gute Gelegenheiten hat, sich auszutauschen.
00:32:42: Ein ganz wichtiger Aspekt muss noch ergänzt werden zu dem was ich gerade sagte der den Ball aufnimmt den er da gerade mir zuspielt.
00:32:52: Wir haben eingangs darüber gesprochen, dass die jungen Leute heute sich so stark durch die Lebensanforderungen herausgefordert fühlen und immer mehr von ihnen das Gefühl haben ihren Entwicklungsaufgaben nicht gerecht werden zu können.
00:33:11: Überforderungs-, Ohnmachts- und Versorgungsgefühl.
00:33:15: Das ist für mich auch ein Zeichen, dass es uns als Eltern, als Lehrkräften, als Umwelt nicht gelungen ist den jungen Menschen platzumachen in welcher Welt wir hier eigentlich leben.
00:33:27: Es ist eine weltvolle Unsicherheit Und ich glaube man kann sagen eine solche Ein solches Ineinanderschieben von exfiszenzbedrohlichen Krisen, das hat es in dieser Form möglicherweise so nicht gegeben.
00:33:42: Das Ganze noch unterspitzt und verstärbt und beschleunigt durch die digitale Nachrichtenwelt, die einem ja Angst und Bange werden kann... die eine Angst im Bange machen kann, weil sie alle diese Entwicklungen auf den Punkt bringt und übertreibt und überdreht.
00:33:58: Und eine Freude daran hat mich zu verwirren nur damit ich noch länger an der digitalen Plattform hängen bleibe.
00:34:06: Das ist eine sehr ungünstige Situation.
00:34:09: Wir sprachen von einem Kipppunkt auf den wir zusteuern, der uns dann irgendwann als Pädagogen wirklich... Schwierigkeiten machen wird, junge Leute noch aufzufangen.
00:34:21: Also müssen wir realistisch sehen.
00:34:25: heute sind die jungen Leute nicht ausreichend vorbereitet auf eine Bewältigung von Krisen, auf ein Leben in Unsicherheit, auf einen Beruf zum Beispiel eine berufliche Konstellation in der man nicht genau weiß wie es weitergeht.
00:34:42: Wie können wir sie darauf vorbehalten, dass so schrecklich viele Anforderungen da sind.
00:34:49: Das Krisen zu bewältigen sind das Krisen zum Alltag gehören, dass sie eigentlich normal sind in dieser heutigen ineinander geschachtelten Form nun besonders... unangenehm und belastend sind, aber gleichzeitig natürlich auch eine enorme Chance für die eigene Entwicklung bedeuten.
00:35:08: Wie können wir die Widerstandsfähigkeit stärken?
00:35:12: Sodass junge Leute nicht einknicken und nicht verzweifeln wenn sie merken ich schaffe es nicht.
00:35:18: Die können wir ihnen Mut machen einfach weiterzumachen auch wenn's mal Fehler machen.
00:35:22: Stichwort Fehlerkultur war ja eben schon ein... Ein ganz, ganz wichtiger Punkt zu lernen.
00:35:27: Dass ich Teste bekomme mit Verbesserung meiner Beziehungen zurecht.
00:35:33: Wie kann ich das hier im Klassenverband auch ansprechen?
00:35:37: Was mich nicht gefällt an Umgangsformen und wir vereinbaren etwas was wir in den nächsten vier Wochen machen und merken nach einiger Zeit ne hat nicht geklappt müssen korrigieren.
00:35:50: Wir haben noch nicht die endgültige Lösung gefunden.
00:35:53: Dieses ständige Angebot, ein neues Auszug probieren zu testen gilt auch im fachlichen Bereich.
00:36:01: übrigens einen ungewöhnlichen Weg mal zu gehen um eine Aufgabe zu lösen und dann merken ne der war falsch und darauf zu lernen dass man es falsch gemacht hat.
00:36:10: Dies experimentieren Das ist glaube ich ganz wichtig, das Gefühl dass man harmonisch und ohne jedes Problem durch die Übel.
00:36:21: durch seine Entwicklung kommen kann, das ist nicht richtig.
00:36:25: Eltern versuchen ihren Kindern alle Steine aus dem Weg zu räumen, damit sie bloß nicht stolpern machen einen Riesenfehler heute.
00:36:31: Das ist genau das Falsche.
00:36:34: Möglichst sollte man noch Steine hinwerfen, damit die Menschen lernen wie man über Steine stäubert also hier die richtige Dosis zu finden und den Lehrerberuf so zu gestalten dass er die jungen Leute auch Krisen fähig und stolper, fähige und entwickelungsfähig macht.
00:36:53: Das gehört mit dazu und das gehört zu einer produktiven Verarbeitung der inneren und der äußeren Realität als absolut wichtiger Baustein ganz oben mit auf die
00:37:06: Diste.".
00:37:13: Ich mich auch, tatsächlich spüre ich gerade in mir überfordert für den Einbetracht dieser Großkomplexen Aufgabe.
00:37:26: Von all den Entwicklungsaufgaben die du gerade genannt hast von den Herausforderungen wo würdest du als Theoretiker sein?
00:37:32: Als Forscher?
00:37:33: das ist der Bereich wo wir zum Start vielleicht den größten Hebel hätten als Lehrkraft.
00:37:38: Wo wir also wenn wir anfangen an uns zu arbeiten und unser Leben beten um zu bauen, wo wir den größtenden Impet hätten.
00:37:45: Welcher Bereich wäre das, dass wir das vielleicht konkret mal auf eine Lehrertätigkeit runterbrechen?
00:37:51: Meine Ansicht nach ist es entscheidende die Art und Weise wie in der Lerngruppe Plassenverband Kurs usw.
00:38:02: miteinander umgegangen wird.
00:38:05: Welche Vereinbarung treffen wir?
00:38:08: Welche Regeln gilt?
00:38:09: was ist pünktlich muss genau definiert sein.
00:38:12: Was bedeutet pünktlich?
00:38:14: Wie viele Minuten sind es, die noch zählen als pünftig zum Treffen erscheinen?
00:38:20: Was passiert, wenn man nicht pünftlich ist?
00:38:23: Ganz klare erste Reaktion.
00:38:24: Pünktlichkeit signalisiert Wertschätzung des anderen und Einheiten einer Vereinbarung, die man miteinander getroffen hat.
00:38:35: Wie gehe ich weiter um?
00:38:36: Sodass es eine faire Beteiligung von allen gibt, dass es keine Machtstrukturen gibt.
00:38:43: Dass jeder auch die Chance hat sich zu beteiligen das aber auch störe und Menschen dir einen Konflikt suchen als solche identifiziert werden.
00:38:52: Was machen wir, wenn Konflikte auftreten?
00:38:54: Welche Schritte für die Sanktionen?
00:38:56: Also diese ganzen Dinge, wie ich mich im schulischen Kontext bewege – die sozialen Regeln, die zeitlichen Regeln und die Umgangsformen….
00:39:15: Damit zum Ausdruck gebrachte gegenseitige Wertschätzung, die Einschätzung Empathietraining im Umgang miteinander sind Voraussetzungen für fachlich intensives Arbeiten und Verleisten.
00:39:31: Und schaffen einen Raum von Sicherheit, von Stabilität.
00:39:36: Ich muss als Schülerinnen und Schüler in den Einen kommen.
00:39:39: Hier weiß ich was gilt hier.
00:39:40: Habe ich mitgearbeitet?
00:39:43: Wenn einer gegen die Regeln verstößt, muss nicht meine Lehrerin intervenieren, sondern das mache ich schon selbst.
00:39:51: Wir haben aber das vereinbart und da hast du jetzt gegen Verstoßen.
00:39:54: Das will ich nicht!
00:39:55: Und wir müssen jetzt etwas machen.
00:39:58: Das ist, glaube ich der allererste entscheidende Schritt sozusagen die Arbeitsgrundlage.
00:40:05: Die Umgangsformen miteinander und die bestimmen die Art und Weise wie die ganze pädagogische Arbeit, die ganze Lernarbeit in der Schule passiert.
00:40:17: Und das ist innerhalb von kürzer Zeit, von drei, vier Wochen machbar.
00:40:26: Setzt wird natürlich leichter, wenn es im Collegium abgesprochen ist.
00:40:30: Wenn das nicht nur einer macht sondern wir das alle machen mit leichten Varianten selbstverständlich die da nix sind aber wenn es eine gemeinsame Vereinbarung darüber gibt wie sehen unsere Umgangsformen aus und wie gesagt was ist Pünktlichkeit?
00:40:44: Was ist Höftigkeit?
00:40:45: wo beginnt ein Konflikt?
00:40:47: dass definieren wir als Gewalt.
00:40:48: alle diese Dinge die spielen dabei eine Rolle.
00:40:53: Ich wiederhole, es sind Vorausschöpfung dafür, dass sie überhaupt gearbeitet werden kann.
00:40:57: Insofern muss sich diese Ebene ansprechen aber sie ist auch diejenige, die wirklich machbar ist und die ich in meiner Hand habe als Lehrkraft und die dann auch so gestalten kann.
00:41:10: das ist ein persönlicher Stil.
00:41:12: Ich kann das ganze was wir hier anstrengen kann natürlich einen persönlichen Stil haben.
00:41:16: Es muss auch meine Handschrift tragen.
00:41:18: ganz klar Da würde ich darauf antworten, da würde ich immer beginnen.
00:41:24: Das ist interessant weil ich denke dann gerade Tobi du vielleicht auch daran dass ich manche Lehrerkollegien auch schon erlebt habe und das kann ich ganz nüchtern einfach mal so betrachten wo diese Werte auch Pünklichkeit was du sagst Klaus eher so ja wohlwollend im Hinterkopf behalten werden aber nicht gelebt werden.
00:41:43: das heißt ich hab es nicht selten mitbekommen dass einfach das klingeln zum stunden beginn Es wurde zur Kenntnis genommen, möchten wir mal so sagen.
00:41:53: Bis dann ein Kollegium die Tasse Kaffee ausgetrunken hat und dann halt nach drei vier Minuten selbst ein bisschen verspätet in den Unterricht geht.
00:42:03: Wir müssen das immer so ein bisschen abgleichen.
00:42:05: was kennen wir so aus unserer Praxiserfahrung mit dem Klaus was du sagst?
00:42:11: Ja, was ist es dann?
00:42:12: Was nicht?
00:42:13: gelebte Werte seitens des Kollegiums.
00:42:15: Ich möchte das an der Stelle nochmal erweitern.
00:42:17: ich erlebe auch Zynismus.
00:42:19: Ich erlebe dass Lehrkräfte aus lauter Frust lästern im Collegium sich darüber beschweren Dass die Schüler nicht mehr so sind wie früher und so weiter.
00:42:30: Und gerade die Klagenden sind meistens die lautesten.
00:42:35: Tobi haben wir häufig drüber gesprochen.
00:42:37: Was macht das mit einer Schulkultur und letzten Endes auch mit den Schülerinnen und Schülern, Klaus?
00:42:43: Das hat zur Folge, dass man sich nicht beachtet und ernst genommen fühlt.
00:42:50: Schülerinnen- und Schüler registrieren ja sowas.
00:42:53: Man täuscht sicher.
00:42:54: Die bekommen es vielleicht nicht mit in was ein Lehrerzimmer direkt passiert aber sie bekommen atmosphärisch natürlich mit.
00:43:00: ist es im Kollegium was sich versteht, was sich abstimmt.
00:43:04: Wo ich merke, oh das haben die sich aber genau überlegt.
00:43:07: und da verhält sich jetzt jeder gleich und keiner pätzt über den anderen Lehrer sondern sie bilden eine ein Kollegium Sie unterschiedliche Auffassungen sind, dann drücken sie das in einer sehr nachvollziehbaren Form aus.
00:43:24: Aber sie lassen sich nicht gegeneinander ausspäht.
00:43:26: Schülerinnen und Schüler bekommen das alles mit.
00:43:29: Das darf man sich ja gar nicht täuschen.
00:43:30: Die haben einen siebten Sinn dafür.
00:43:33: also kommt es ungeheuer darauf an dass im Kollegium eine gegenseitige Wertschätzung da ist und ein gegenseite Anerkennung Und es zum ganz selbstverständlich dazu gehört, dass man nicht übereinander negativ redet ohne das das dann transparent ist.
00:43:53: Wenn etwas zu kritisieren ist, wird es in einer geeigneten öffentlichen Form gemacht die alle mitbekommen.
00:44:01: Nehmen wir nochmal Pünktlichkeit!
00:44:05: symbolisch hochinteressant, Pünktlichkeit.
00:44:09: Was bedeutet das?
00:44:11: Ich habe eine Vereinbarung getroffen um zehn Uhr fünfzehn.
00:44:15: Da bin ich in der Schulklasse und der Unterricht beginnt.
00:44:19: Wenn ich das nicht einhalte, signalisiere ich mir gegenüber, dass ich meinen Job nicht ernst nehme und ausweiche.
00:44:29: Ich signalisiere den Schülerinnen und Schülern gegenüber, dass sich die Vereinbarung nicht verernst haltet.
00:44:36: Das hat eine ungeheure symbolische Ausstrahlung, denn sie macht deutlich das ich in der Vereinbarungen selbst.
00:44:47: Wie soll ich davon meinen Schülerinnen und Schülern erwarten, dass sie andere Vereinbarungen die wir dann treffen für das gemeinsame Arbeiten miteinander?
00:44:55: Dass sie die einhalten.
00:44:56: Sodass dieses banale und scheinbar so sekundärtugendhafte Pünktliche sein in meinen Augen eines der allerwichtigsten Mittel ist um Schüleren gegenüber Respekt zu zeigen.
00:45:10: ausdrücklich pünktlich zu sein bedeutet, Respektbezeugung.
00:45:14: Und das kann ich als Lehrer auch ceremoniell unterstreichen und deutlich machen was dass ich damit genau dieses aufdrücken will, dass ich sie wertschätze und eine Vereinbarung einhalte.
00:45:30: Das ist wimptomatisch dafür dass ich möchte, dass die ganze Gruppe ständig auf solche Absprachen und Vereinbarungen aufbaut.
00:45:41: Und der ganze Schulgemeinschaft auch eine regelbasierte Gemeinschaft ist.
00:45:48: Deswegen kommt es dann tatsächlich auf mein eigenes Verhalten ganz stark an.
00:45:54: Ich muss davon auch Freude haben selbstverständlich.
00:45:56: Das darf nicht zwangiges sein.
00:45:58: Genau so abgenauichtig.
00:46:02: Stichwort Pöglichkeit?
00:46:04: Für die Zuhörenden, Prof.
00:46:05: Hohemann war auf die Minute genau übrigens pünktlich in diesem Raum und wenn wir auf die Zeit schauen merken wir dass wir uns auch in Richtung Ende bewegen.
00:46:15: Wir haben noch eine Frage die wir wichtig finden gerade als Lehrkraft Podcast.
00:46:20: Bevor wir aber jetzt zum Schluss kommen Klaus gibt es etwas das dir noch auf dem Herzen liegt wonach wir noch nicht gefragt haben Dass du gerne den Hörer ihn unbedingt mitgeben möchtest?
00:46:30: Was mir auffällt in den letzten Jahren ist, dass wir eine sehr unterschiedliche Art und Weise haben wie die männlichen Schüler und die weiblichen Schülerinnen mit der Lebenssituation und auch mit der Schule umgehen.
00:46:51: Ich finde das müssten wir mehr thematisieren.
00:46:53: was da los ist Im Durchschnitt aller Untersuchungen kommt immer wieder her, also bei allen Untersuchen kommt daraus aus dem Durchschnitt.
00:47:03: Die Schülerinnen in den letzten zwanzig Jahren ihre Leistungen stabilisiert oder verbessert haben.
00:47:11: die männlichen Schüler sind leicht geblieben und sogar etwas abgesunken.
00:47:17: wir haben eine Kluft in der in den Leistungsergebnissen und die hängt ganz eng zusammen mit dem, was wir eben diskutiert haben.
00:47:25: Es fällt den jungen Männern sehr schwer sich in die sozialen Strukturen des schulischen Arbeitenseins zu beziehen.
00:47:33: Sie haben den Eindruck das sie willkürlich sind, dass sie nicht klar lesbar sind.
00:47:39: Mädchen junge Frauen haben ganz offensichtlich den Vorteil, dass sie viel besser kodieren können wie soziale Abläufe sind.
00:47:48: Was eine Lehrkraft die sich unklage äußert hat eigentlich gemeint hat.
00:47:53: Jungen brauchen es expliziter klar aber deutlicher.
00:47:56: das sind's ganz eng mit in die Diskussion hinein, die wir gerade hatten.
00:48:01: Wir haben im Moment – ich übertreibe mal – ein bisschen eine Krise von Männlichkeit.
00:48:07: Die spüren wir auch im schulischen Bereich.
00:48:10: Die Jungs tun sich ganz schwer mit der Art und Weise wie heute Schule gemacht
00:48:14: wird.".
00:48:15: Und deswegen auch spielt das, was ich angesprochen habe da um aufgehängt an der Mitterverpünktlichkeit eine riesige Rolle.
00:48:24: Gerade die jungen Männer brauchen das.
00:48:27: Eine sichere soziale Welt in der sie den Eindruck haben es geht eindeutig zu.
00:48:35: Sie sind sonst geneigt dazu mal zu testen was passiert wenn man nach Donald Trump Art einfach mal die Regeln sprengt und laut schreit und einfach den dicken Boss spielt.
00:48:48: Mal gucken, ob wir damit durchkommen?
00:48:49: Das ist natürlich eines der größten Risiken, was es dann überhaupt für so eine Schulgemeinschaft gibt wenn das passiert.
00:48:56: Und deswegen ist Donald Trump auch für die Pädagogik ein disaster, sondern das Leichen.
00:49:01: Das machen ja alle unsere Ideen und Vorstellungen, die wir jahrzehntelang aufgearbeitet haben.
00:49:07: macht er man ja mit.
00:49:09: ich hätte fast gesagt, wisst ihr mit seinem Po mal ebenso zur Seite Das.
00:49:15: und dann bringt auch noch ein Männlichkeitsbild, was im Alltag gar nicht lieb bei so einem keinen Sinn macht.
00:49:23: Darüber nachzudenken und das zu thematisieren in dem Zusammenhang den wir hier gerade sprechen und dann abzuklären bekommt es denn dass die Jungs leistungsmäßig abfallen und die Mädchen im Moment im Schnitt besser sind Das gehört eigentlich mit ihnen die schulische Debatte und zunächst vielleicht ins Collegium, dann aber auch unter Schülerinnen und Schülern in geeigneter Weise mal mitten hinein.
00:49:49: Das ist ein Punkt der mich sehr beschäftigt und bei dem ich denke dass wir ihn mal mit aufnehmen müssen.
00:50:01: Zum Abschluss hin habe ich auf jeden Fall noch so ein, zwei Anliegen wenn wir dich schon mal hier haben.
00:50:06: Und zwar gibt es konkret einen bis zwei positiv Beispiele von Schulen wo du sagen würdest das sind wirklich auch in Deutschland angesehene Leuchttürme an Schulen die wirklich was anders machen.
00:50:21: da lohnt es sich auch für Lehrerinnen und Lehrer sich darüber mal schlaut zu machen?
00:50:25: Das sind Schulen.
00:50:26: ja Ich schätze ja, Tobias von schon gesagt, dass wir zehn vielleicht sogar fünfzehn Prozent Schulen haben öffentliche private Ganz gemischt.
00:50:39: Die viele oder fast alle von den Punkten die wir angesprochen haben geschafft haben umzusetzen Also die Lehrerrolle verändert haben, die Schülerinnen und Schülern in eine Position gewacht haben.
00:50:52: Dass sie selbst ganz stark mit beeinflussen können was in der Schule läuft den Unterricht mitgestalten dem man vielleicht gar nicht mehr Unterricht nennen kann sondern das ist pädagogisches Arbeiten.
00:51:03: Die es geschafft haben dass Lernen in der schule zu Arbeit zu machen so wie berufliche Arbeit dass der Übergang dann in den Beruf auch viel leichter ist, weil nämlich die Art und Weise wie in der Schule gearbeitet wird schon dem entspricht was später in einem Beruf auch an Arbeit gemacht wird.
00:51:26: Und in der Schule im Arbeitsplatz muss heute sehr viel Fortbildung geschehen so das da auch die Lernen- und Bildungskomponente sehr viel stärker ist.
00:51:36: eigentlich könnten sich Bildungssysteme und Beschäftigungssystemen hier im digitalen Zeitalter sehr anbleichen.
00:51:44: Es gibt Schulen, die das alles geschafft haben und sicherlich kennt ihr auch konkret in eurem Umfeld welche zu studieren was wir gemacht haben.
00:51:53: Das sind auch die Schulen die den deutschen Schulpreis die sich beim deutschen Schul preis natürlich verwerben können und da eine echte Chance haben dann auch berücksichtigt zu werden.
00:52:03: es ist möglich wir wissen dass es geht und es wäre natürlich fantastisch wenn diese Schulen tatsächlich Leuchttürme wären und ihr Licht dann in andere Schulen hineinscheinen würde, man würde dort versuchen die gleichen Effekte zu erzielen so dass das Licht auch aus den eigenen Räumen herauskommt.
00:52:24: Das wäre aber immer noch eine Vorstellung von mir, dass wir uns orientieren an diesen Schulen mit ihren Kolleginnen, das sind ja die Kollegen, die es geschafft haben.
00:52:35: Leitungsteams, die ist geschafft haben sie zu ermutigen dass sie dann die Kutsches sind für eine Schule in ihrer Nachbarschaft oder wo auch immer die auch auf den Weg gehen möchte ist ihr leichtzumachen so dass eine Patenschaft entstehen kann.
00:52:59: und dann Schule, die die Kurve gekriegt hat zu einer modernen Arbeitsweise.
00:53:05: Die den Schülerinnen und Schülern gerechnet, dass sie dann eine Hilfestellung gibt für die Nachbarschule, die sich auch auf den Weg begeben möchte?
00:53:18: Also es geht hier ganz viel darum, sich inspirieren zu lassen von anderen.
00:53:24: Ganz konkret zum Abschluss hin gibt es einen Medientipp ein Literatur-Tipp.
00:53:29: wir sind jetzt aktuell gerade in den Ferien.
00:53:32: da liest man ja vielleicht doch ab und zu mal was über den Tellerrand der eigenen Schule des eigenen Denkens hinausgeht.
00:53:37: Gibt's da irgendwas noch oder?
00:53:39: Jetzt könnte Klaus natürlich sein eigenes Buch empfehlen!
00:53:41: Aber
00:53:43: in meinem eigenen Buch kann ich guten Gewissens empfehlen, dass das Buch Produktive Realität zur Erwaltung enthält.
00:53:50: Einmal diese Überlegung, die wir angesprochen haben wie kann es gelingen Schülerinnen und Schüler stark zu machen?
00:53:58: Welche Impulse brauchen sie dafür um ihr mit ihren Entwicklungsherausforderungen umgehen zu können?
00:54:04: Das ist ein pädagogisches Buch.
00:54:06: Es ist eines was auf die Familien, auf die Eltern abstellt und auch auf die Schulen abstellt Und da übrigens eine meiner Lieblingsideen.
00:54:15: und Utopien mit aufnimmt.
00:54:19: Wir haben da heute Schulen, die gezwungen sind allen Schülerinnen und Schülern Abschlusszeugnisse zu geben, die eine enge rechtliche Berechtigung mit sich bringen.
00:54:30: Also ich muss Abi haben um Studieren zu können.
00:54:32: Ich muss Abi einen bestimmten Abschluss haben Um die Begärten Fächer X und Y zu studieren.
00:54:38: Ich muss den mittleren Abschluss habe um die Berechtigung in eine berufliche Lehre einzutreten und so weiter.
00:54:45: Und das macht eine solche Engführung der pädagogischen Arbeit, dass ich glaube wir sollten darf von Abstand nehmen.
00:54:53: Vor allem haben wir einen Negativ Effekt.
00:54:55: Wir haben ja sieben acht Prozent von Schülerinnen und Schülern die keinen Schulabschluss bekommen weil Sie die Mindeststandards nicht erfüllt haben.
00:55:04: Wir stempeln als Schule diese jungen Leute – das sind über sechzigtausend jedes Jahr als Schulversager ab!
00:55:12: hat katastrophal,
00:55:14: was ein Schulsystem Leute entlässt und sie als Schuldversager abstemmelt.
00:55:19: Und dann mit auch praktisch ihr weiteres Schicksal vorschreibt.
00:55:22: Sie haben nämlich ganz große Schwierigkeiten irgendwo noch einzukommen.
00:55:26: Das finde ich also völlig unhaltbar!
00:55:29: Und meine Dopie ist dass eine Schule jedem Schüler und jeder Schülerin einen Abschlusszeugnis gibt.
00:55:37: in dem steht genau drin gerne mit Noten aber dann zusätzlich Worten und mit Testergebnissen.
00:55:45: Was kann denn dieser Schüler?
00:55:46: Welche Fähigkeiten hat er, welches Profil.
00:55:48: Wie sieht das aus in den verschiedenen fachlichen Bereichen aber auch in allem anderen was wir diskutiert haben?
00:55:55: Was für ein Mensch ist das?
00:55:58: Wie sehen seine Sozialkontakte aus?
00:56:00: Hat er etwas für die Gemeinschaft getan?
00:56:02: Ist er tätig geworden bei der Gestaltung des Lebens miteinander?
00:56:09: Konfliktloh zu.
00:56:10: welche Fähigkeit hat er da entwickelt?
00:56:12: wie sieht es mit seiner Medienkompetenz aus?
00:56:14: Also alles kommt in übersichtlicher Knapperform hinein und so bekommt jeder, der eine Schule besucht ein solches Abschlusszeugnis.
00:56:23: Auch wer ganz schwach ist.
00:56:25: Und die Voraussetzung dafür ist natürlich wenn das funktionieren soll dass wir eine solche Entlastung der Schule haben, dass sie nur auf die Inhalte ausgerichtet ist und das auch nur im Zeugnis dokumentiert.
00:56:38: Voraussetzung ist natürlich das jetzt die Der Arbeitsplatz selbst testet.
00:56:43: Will ich diesen Schüler haben, schaue ich mir doch mal das Zeugnis an?
00:56:46: Ja ganz interessant!
00:56:47: Ich habe auch noch meine eigenen Prüfungen und weiß wenn ich einen Dachdecker suche welche Voraussetzungen ich dafür haben will.
00:56:55: Und die Universität kennt das auch.
00:56:57: Ich will Mediziner haben da gucke ich noch ein Zeugniss interessiert mich ja interessant was da alles drin steht.
00:57:03: aber ich mache noch meine eigene Prüfung denn der will ja Medizina werden.
00:57:06: Das heißt ja nicht, dass das schon alles abgegeben ist.
00:57:09: Also es gibt die Eignungspulfung der Institutionen an diese Schülerinnen als nächstes geht.
00:57:18: In Ansätzen haben wir das schon – das müsste stärker ausgebaut werden und das würde die Schule ungeheuer entlastet.
00:57:24: Dann könnte die Schule wirklich inhaltlich arbeiten sie stünde näher unter dem Druck einen zero Kommando, nur sieben Zeugnisse zu vergeben damit die Leute Medizin studieren können.
00:57:36: Sondern es würde ganz transparent und dann auch noch klagen ja genau so eine ganze Transparenz und ganz klar zeigen welches Profil hat denn diese Schülerin?
00:57:45: Hat denn dieser Schüler und damit kann dieser Mensch dann gehen und sich ein Medizinplatz suchen an einer Hochschule die sagt Ja du hast die Fähigkeiten dafür das Zeugnis spielt für uns eine Rolle sondern nicht der rechtliche Schlüssel, der das alles erklärt.
00:58:03: Diese
00:58:04: Entlastung des Zeugnisses würde pädagogisch nach innen unheimlich ausstrahlen meiner Einschätzung nach und den Schulen einen ganz großen pädagogischen Spielraum geben für ihre eigene Arbeit und würde alles das unterstützen was wir diskutiert haben diese Gesamtpersönlichkeitsentwicklung und Stärkung.
00:58:24: also das wäre mein Buchtipp.
00:58:30: Also ich fasse für mich persönlich auch ein bisschen zusammen.
00:58:32: Wir brauchen Schule, die sich mehr und mehr wirklich an den Bedürfnissen der jungen Menschen richtig authentisch aufrichtig interessiert.
00:58:42: Ein Zeugnis vielleicht das auch vielmehr über die Persönlichkeit, über den jungen darstellt und deren Stärken und Talente vielleicht auch beinhaltet, zusätzlich vielleicht zu Noten.
00:58:54: Und ja allein das nehme ich schon so für mich mit Tobi wie geht es dir damit?
00:58:59: Ich merke immer wieder jetzt auch in diesem Gespräch dass wir mit unterschiedlichen Worten immer wieder das Gleiche zum Ausdruck bringen auch mit den herausragenden Lehrkräften die aus ihrer Praxis berichten von begeisternden Lehrkräfte.
00:59:12: Die meisten Akteure wissen was nötig ist und was gefordert Und jetzt müssen wir irgendwie das System dahin bringen, dass das von unten dann auch umgesetzt wird.
00:59:22: Ja ich glaube es ist tatsächlich schon bewusst... Das Bewusstsein dafür ist vorhanden!
00:59:26: Das muss irgendwie auf die Straße.
00:59:28: Das ist jetzt die Metapher.
00:59:29: genauer Herr Prof.
00:59:31: Hohemann Wir können jetzt noch eine Stunde sprechen.
00:59:34: Sie sind aber tatsächlich Stichwort Pünktlichkeit Am Ende unserer Zeit angelangt und ich muss sagen Es ist wirklich toll mit jemandem zu sprechen Er so am Puls der Zeit ist was die Lebensphase Jugend angeht und zwar auch von einem empirischen Forschungsstandpunkt.
00:59:49: Danke, dass Sie sich heute die Zeit genommen haben mit uns – mit zwei Praktikern aus dem Klassenzimmer zu sprechen!
00:59:55: Und zwar so offen und auf Augenhöhe.
00:59:57: ist das nicht selbstverständlich.
00:59:59: Das neue Buch Sozialisation in einer Welt von Unsicherheiten verlinken wir natürlich an den Shownotes.
01:00:05: An dieser Stelle noch mal Empfehlung an jeden Kolleginnen und Kollegen, das lege ich euch wirklich ans Herz da reinzuschauen.
01:00:12: Herr Rohlmann, haben Sie ganz herzlich Dank.
01:00:14: Wir wünschen Ihnen von Herzen alles Gute und bleiben Sie unserem Berufsbild gewogen!
01:00:19: Ja, und toi toi toi für alle die im Lehrerberuf sind.
01:00:23: bei einem besseren gibt es nicht anstrengend wie er ist.
01:00:27: Er hat auch die größte Hebelwirkung auf eine Gesellschaft weil es halt um die Unterstützung der jungen Generation geht.
01:00:37: das schon einmalig.
01:00:39: Also ist unser Beruf vielleicht doch nicht unbedingt der beste Job in der Welt, aber auf jeden Fall der wichtigste Job der Welt.
01:00:45: Ein schönes Schlusswort!
01:00:46: Dankeschön!
01:00:48: So lieber Hörerinnen und Hörern, damit sind Alex und ich wieder unter uns.
01:00:52: was für ein Gespräch.
01:00:54: Ich glaube das muss auch unter uns erstmal ein bisschen nachklingen, Alex In der nächsten Folge nehmen wir uns bewusst deshalb einen Gang raus.
01:01:01: Ohne große These sprechen Alex und mich dann im Ferien-Talk.
01:01:05: Was nehmen wir aus diesem Gespräch?
01:01:06: Und auch aus denen davor?
01:01:07: alles so mit.
01:01:08: Wie wollen wir das in den Alltag übertragen?
01:01:11: Wenn euch diese Folge etwas gegeben hat, dann tut uns und Professor Hohelmann noch einen Gefallen.
01:01:16: Teil die Folge mit einer Kollegin oder einem Kollegen im Lehrerzimmer in der Fachschaft.
01:01:20: Genau solche Gespräche brauchen wir nämlich mehr in der Republik!
01:01:24: Bis zur nächsten Folge.
01:01:25: macht's gut.
01:01:26: Passt auf euch auf und denkt daran.
01:01:27: es ist und bleibt der beste Job der Welt.
01:01:31: Tschüss!
Neuer Kommentar